Unbürokratische Hilfe für Nachbarn jeden Alters
Fahrdienst immer wichtiger

Die "Bürgerhilfe in der Gemeinde Bodenwöhr" wählte einen neuen Vorstand mit Albert Krieger (Zweiter von links) als Vorsitzendem an der Spitze. Bürgermeister Richard Stabl (links) würdigte die Arbeit des Vereins. Bilder: ins (2)
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Bodenwöhr
17.02.2016
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Michael Goldhahn stellte die Arbeit von "flying help" vor.

Unbürokratische Hilfe für Nachbarn jeden Alters: Das hat sich die Bürgerhilfe Bodenwöhr auf die Fahnen geschrieben. Bei der Hauptversammlung des Vereins stellte Michael Goldhahn aus Fischbach das Projekt "flying help" vor.

Bei der Jahreshauptversammlung am Montagabend im Gasthof Schießl zog der Verein "Bürgerhilfe in der Gemeinde Bodenwöhr" Bilanz. Vorsitzender Albert Krieger und Koordinator Günter Makolla unterstrichen dabei, dass das Hilfsangebot für alle Bürger in der Gemeinde gilt, also generationsübergreifend.

Desolate Lage


Michael Goldhahn berichtete ausführlich über die Arbeit von "flying help". Die "fliegende Hilfe" organisiert schnelle Hilfe für Flüchtlinge, derzeit auf der griechischen Insel Kos. Dort herrschen laut Goldhahn desolate Zustände. Der Fischbacher, der Vorsitzender des Vereins ist, führte an, dass die ehrenamtliche Arbeit für die Menschen, die vor Krieg, Vertreibung und Massakern fliehen, sehr anspruchsvoll sei. Die Organisation suche Helfer in Deutschland. In der Flüchtlingsfrage sieht er ein "komplettes Versagen auf Europa-Ebene". Das Engagement vor Ort lasse ihn dennoch hoffen. Anhand beeindruckender Bildern zeigte er die Notlage der Flüchtlinge.

Bürgerhilfe-Vorsitzender Albert Krieger gab einen Rückblick. Derzeit sind 50 Mitglieder im Verein organisiert, davon drei Körperschaften, und Familien- und 28 Einzelmitgliedschaften. Mit einem Rundbrief an die Firmen konnten 1000 Euro gesammelt werden, die für einen Sprachkurs für Asylbewerber verwendet wurden. Die Homepage der Bürgerhilfe werde ständig aktualisiert.

21 Helfer im Einsatz


Der Verein half bei der Organisation der Ausstellung "BoJuSeFa" (Bodenwöhr Jugend, Senioren und Familie). Beim Bürgerfest war die Bürgerhilfe mit einem Losstand und Märchenerzählerin Heidi Pongratz vertreten, bei der Messe "Schwandorf Sozial" mit einem Stand. Beim Treffen der Bürgerhilfen Bayerns in Nürnberg wurden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.

Krieger dankte für die engagierte Mitarbeit. Kassier Lutz Saller legte die Finanzen des Vereins offen. Die größten Ausgabeposten waren Versicherungen und Lehrbücher. Kassenprüfer Georg Donhauser bescheinigte eine einwandfreie Buchführung. Koordinator Günter Makolla, der als Ansprechpartner für Hilfesuchende die Hauptarbeit im Verein leistet und auch die Helfer einteilt, legte Rechenschaft ab. 21 Helfer waren im Einsatz. Sie leisteten Unterstützung bei älteren Mitbürgern, chauffierten sie zum Beispiel zur Tafel nach Schwandorf. Auch die Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen - derzeit leben in Bodenwöhr 44, davon 17 Kinder - wurde übernommen. Der Sprachkurs sei für diesen Kreis enorm wichtig sagte Makolla. Sieben Sprachpaten sind im Einsatz und leisten Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und bei Behördengängen leisten.

Wir sind für alle Bürger in der Gemeinde Bodenwöhr da, die Hilfe beanspruchen, egal welchen Alters.Günter Makolla, Koordinator der "Bürgerhilfe"

Bei der Bodenwöhrer Messe für Jugend, Senioren und Familie (BoJuSeFa) wurden unterschiedliche Hilfsmittel und Hilfsorganisationen vorgestellt. Günter Makolla unterstrich, dass nicht nur die Asylbewerber die Hilfe des Vereins beanspruchen: "Wir sind für alle Bürger in der Gemeinde Bodenwöhr da, die Hilfe beanspruchen, egal welchen Alters". Man solle keine Scheu haben, die Bürgerhilfe anzurufen. Der Fahrdienst, der Bürger beispielsweise zum Einkaufen oder Arztterminen bringt, werde immer wichtiger. Bürgermeister Richard Stabl hörte aus Berichten heraus, dass die Bürgerhilfe sehr aktiv sei und sprach allen Lob und Anerkennung aus. Die Ereignisse und Krisenherde in der Welt und deren direkte Folgen seien bei uns angekommen und zwingen zu einer Lösung.

"Die Auswirkungen spüren auch die Kommunen", sagte Stabl. Die Situation müsse offen und ohne Demagogie angegangen werden. Stabl resümierte, dass die Gründung der Bürgerhilfe in Bodenwöhr richtig und wichtig gewesen sei. Pfarrer Johann Trescher meinte, dass die Kirche am Wohl der Bürger interessiert sei. "Dass es bei uns so gut läuft, freut mich". Er ermunterte alle zum Weitermachen. Die Neuwahlen beschlossen die Sitzung.

Der neue VorstandDie Neuwahl des Vorstands der Bürgerhilfe verlief reibungslos. Zum Vorsitzenden wurde Albert Krieger gewählt. Die weiteren Posten besetzen als zweiter Vorsitzender Pfarrer Johann Trescher, als Kassier Lutz Saller, Schriftführerin Barbara Ebensberger und Koordinator Günter Makolla. Beisitzer sind Veronika Gruber, Katharina Lau und Gerhard Waterloo; die Kasse prüfen Christine Wiendl und Georg Donhauser. (ins)
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