30. Geburtstag der Brander Theatergruppe
Gelungene Geburtstagsparty

Die Theatergruppe Brand feierte Geburtstag und am Ende bevölkerten alle Akteure noch einmal die Bühne. Bild: ld
Kultur
Brand
26.04.2016
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Wenn eine Theatergruppe 30. Geburtstag feiert, erwartet man hauptsächlich eines: dass sie Theater spielt. Und wenn die Truppe so vielschichtig ist wie die Brander, darf man auch etwas mehr erwarten.

Vielfalt war gefragt beim Jubiläumsabend der Theatergruppe Brand, die Besucher waren begeistert von den Ideen, die vor allem dem kreativen Schaffen von Vroni Söllner zu verdanken waren. Mit Schwarzlicht war in Brand noch nicht gearbeitet worden. Dem Dank an sie schloss Moderator Jochen Erhardt noch vier Namen an, nämlich die der Betreuerinnen der Jugendgruppe: Melanie Graf, Martina Scherm, Sabine Erhardt und Katharina König. Szenen von der ersten Aufführung vor drei Jahrzehnten im Pfarrheim standen auf dem Programm. Weniger um den Inhalt ging es damals schon als vielmehr um das Darstellen völlig verschiedener Charaktere.

Wer war nicht gespannt auf "Dinner for one", dargestellt von Andrea und Markus König. Die Spannung hielt bis zum Ende an, denn was sich da auf der Bühne abspielte, war mehr als sehenswert. Da stimmte jede Bewegung von James, sein altersbedingtes Kopfschütteln ebenso wie die abgespreizten Finger der linken Hand, die Haltung des Tabletts konnte eindeutig als die des Butlers identifiziert werden. Die Steigerung des Alkoholpegels ging langsam von sich, aber stetig und folgenschwer. Dem Tiger war das mehrmalige Stolpern egal und auch Miss Sophie blieb ruhig und freundlich. Sie waren es gewohnt, es war eben "the same procedure als every year".

Etwas Tolles hatten sich die ganz Kleinen einfallen lassen: "History in Black" ließ unter Schwarzlicht-Einfluss nur helle Accessoires erkennen und machte im völlig abgedunkelten Saal mächtig Eindruck. Vom "Kerschtgeist" wurde gesprochen, ein leuchtender "Kirwawogn" zog vorüber, an Wolfgang Krebs wurde erinnert, alles in schwarz. Die Historie der Theatergruppe war dies nicht, sie war von Humor und guter Unterhaltung geprägt, wie sie die beiden Urgesteine des Brander Laienschauspiels, Veronika Krauß und Carmen Lehnert, auf die Bühne brachten. Ums "Koichlabachn" ging's und das Ende war keineswegs vorhersehbar. Mit einer "Stickman Show" der Jugendlichen endete der Block vor der zweiten Pause. Menschen, nur als leuchtende Strichmännchen zu sehen, bevölkerten die Bühne, zu fetzigen Rhythmen tanzend, reizvoll anzusehen und äußerst unterhaltsam. Nach der Pause stand noch eine Szene aus. Die "alten Hasen" waren gefordert. Da reichte es keineswegs, zuzuhören, man musste die Mimik sehen, jede Mundstellung und jedes Augenzwinkern aus der Nähe sehen, um zu erkennen, dass die geübten Schauspieler ihre Parts sehr authentisch spielten und der Wirklichkeit ganz nah sind.

Da tobte noch einmal der Saal und ein dankbares Publikum brachte seine Begeisterung mit kräftigem Beifall zum Ausdruck. Bernhard Schindler, Rudi Söllner, Christian Brunner, Maria Schindler und Florian Schreyer hatten ihn verdient. (Hintergrund)

Gedenken an Richard Bauer

Brand. (ld) Der Abend kam einer Laudatio für einen der Gründer und großen Förderer gleich. Einer humorvollen und mit vielen Pointen bestückten Lobrede auf den ehemaligen Brander Pfarrer Richard Bauer, der im Dezember vergangenen Jahres gestorben ist. Seiner Frau Anneliese galt ein Gruß des Vorsitzenden und Moderator des Abends, Jochen Erhardt.

Ein Foto am Eingang zeigte Bauer, wie man ihn kannte - mit einem Ausdruck der Freude und Begeisterung, mit der er auch diesen Abend verfolgt hätte: laut schallend lachend und sich über das freuend, was er mit dem heutigen Landtagsabgeordneten Tobias Reiß vor 30 Jahren begonnen hatte. Und vor allem hätte er sich geäußert über das, was daraus geworden ist: ein lebendiger, mittlerweile über 100 Mitglieder zählender Haufen junger und jung gebliebener Leute, die aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken sind, die sich um Brauchpflege bemühen und eine große Menge an jungen, spielfreudigen Kindern und Jugendlichen im Schlepptau haben.

Tobias Reiß bestätigte den Moderator und erklärte dem Publikum, wie Bauer die Theatergruppe und auch ihn geprägt hatte. Richard Bauer habe die Jugendarbeit aufgebaut und Verantwortung gelehrt. Detailliert ging Reiß auf die Aufführung des "Brander Kaspar" ein und brachte dabei auch zwei Namen ins Spiel, ohne die das nicht möglich gewesen sei: Karl Söllner, damals Bürgermeister und großer Förderer der Theatergruppe, in dessen Amtszeit der Mehrzwecksaal entstand, und Willi Rubenbauer, der Bühnenbildner.

Die Theatergruppe sei "ein Stück Heimat geworden, das wir leben wollen". Besser hätte sich das nicht entwickeln können und das wissen auch die Besucher, die der Theatergruppe alle Jahre die Eintrittskarten förmlich aus den Händen reißen, sobald der Vorverkauf angelaufen ist, lobte Reiß.
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