Brand erinnert an Max Reger
Geburtsort feiert Todestag

Ein Blick ins Max-Reger-Zimmer im Brander Rathaus: In der Wiege hörte der Komponist wohl einst seine ersten Schlaflieder. Bilder: ld (2)
Kultur
Brand
11.05.2016
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Eine Gemeinde lebt Max Reger - und verkündet dies auch am Ortseingang.

Zum 100. Todestag feiert der Geburtsort: In Brand beginnt am heutigen Mittwoch das Max-Reger-Jahr - nicht das erste in der Geschichte der Kultur-Hochburg.

Heute vor 100 Jahren verstarb Max Reger in einem Hotelzimmer in Leipzig. Sein Geburtsort eröffnet heute um 17 Uhr im Foyer der Sparkasse das Max-Reger-Jahr. Seit es den Kulturellen Förderkreises gibt, spielt das Andenken an den Komponisten eine immer größere Rolle in Brand. Vieles im Ort erinnert an den großen Sohn. Von Nagel kommend, fährt der Besucher auf der Max-Reger-Straße in den Ort. An der Straße ist gegenüber dem Rathaus das Geburtshaus nicht zu übersehen. Hier kam Max Reger am 19. März 1873 zur Welt. Sein Vater Joseph war als Lehrer im Ort tätig.

Brunnen aus Orgelpfeifen


Gegenüber plätschert seit der Dorferneuerung 2003 der Max-Reger-Brunnen, den sein Schöpfer aus Orgelpfeifen gestaltete - ein klarer Bezug auf den Schöpfer großer Orgelwerke. Gestiftet hat ihn Dr. Ado Bader, der Seniorchef der Firma Schietinger. Ihm verdankt die Gemeinde auch die Bronzebüste nahe des Rathauses. Sie wurde im Mai 2004 enthüllt, seit dem lädt auch der Max-Reger-Weg zu einer Wanderung ein. Die Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins hat Tafeln gestaltet, die entlang der 14-Kilometer-Runde über den Komponisten informieren. Franz Preis lieferte eine Beschreibung zur Strecke, so dass auch ortsfremde Wanderer kein Problem haben, den Weg durchs idyllische Fichtelgebirge zu finden.

Schon seit 1966 erinnert ein Gedenkstein in der Grünanlage hinter dem Rathaus an den Komponisten. Zum 50. Todestag gab es ein erstes Reger-Fest in Brand. Neben den Lebensdaten ziert den Stein ein Notenmotiv. Das Fest war zudem der Anlass, eine Tafel am Geburtshaus zu enthüllen, bei der Sanierung musste diese aber weichen. Seither verweist ein Schild auf einer Stele am Gartenzaun auf das Geburtshaus. Mehrere Konzerte brachten 1966 das Werk Regers ins Bewusstsein. Unter anderem kam die Choralkantate Nummer 4 "Meinen Jesum lass ich nicht" zur Aufführung. Für den Bayerische Rundfunk war die Moderatorin Anneliese Fleyenschmidt mit einem Aufnahmeteam in Brand. Eine weitere große Konzertreihe gab es 1986 zum 70.Todestag.

Seit 1966 beherbergt das Rathaus ein Max-Reger-Gedächtniszimmer, inzwischen ist es vom oberen Stock ins Erdgeschoss umgezogen. Immer wieder kommen Musikliebhaber von auswärts mit Bussen, um sich zu informieren: Bilder, Bücher, Dokumente, aber auch die Wiege des kleinen Max' begeistern die Besucher. Unter Professor Kurt Seibert war die Gemeinde in die Weidener Max-Reger-Tage eingebunden. Der Mehrzwecksaal eignet sich für Konzerte, zumal der Männergesangverein Max Reger einen wertvollen Flügel angeschaffte, der für diese anspruchsvollen Musik zur Verfügung steht.

Diesmal wird das Max-Reger-Jahr bis 19. März dauern, dem 143. Geburtstag des Musikers. Bei der Eröffnung heute hält Schauspieler, Sänger und Regisseur Claus J. Frankl die Festrede. Zudem spricht die Schirmherrin und Intendantin des Festivals junger Künstler, Sissy Thammer.

Kultur und Kulinarik


Neben Kultur bietet das Festjahr auch viel Kulinarisches: Die Bäckerei Besold bietet ab heute täglich Laugengebäck in Notenschlüsselform an, in der Metzgerei Schultes gibt es eine Reger-Brotzeit, die drei Gasthöfe bieten ein besonderes Reger-Menü an. Die Max-Reger-Pflege wird weiterhin Schwerpunkt des Kulturellen Förderkreises bleiben, auch wenn es schwierig ist, die Bedeutung Regers dem Musiklaien bewusst zu machen.

Die Musikwissenschaft beschäftigt er ohnehin noch, und wird es noch länger tun. Kurz nach Regers Tod schrieb Karl Straube: "Die großen Werke seines Lebens waren mit dem Religiösen eng verbunden. Weil dem so war, deshalb, glaube ich, wird Regers Kunst noch lange leben, wenn vieles, was heute bewundert und geschätzt wird, zurückgegangen ist in die Vergessenheit." Seine Mission, ein zwischen die Zeiten gestellter historischer Auftrag, hätte nicht mehr und nicht größer erfüllt werden können, als es von ihm getan wurde.

Ein Jahr rund um Reger


13 Veranstaltungen bietet das Max-Reger-Jahr in Brand, das am 100. Todestag am Mittwoch, 11. Mai beginnt. Zum Auftakt gibt es einen Festakt im Foyer der Sparkasse. Jakob Johannes und Jonas Schröder führen die drei Kanons, Opus 132, auf. Am Freitag, 13. Mai, gibt es ein Konzert der Hochschule für Kirchenmusik Regensburg mit Orgel- und Chorwerken Regers.

Der Fichtelgebirgstag am Samstag, 4. Juni, widmet sich Max Reger. Um 14 Uhr hält Sissy Thammer einen Vortrag im Mehrzwecksaal, der Männergesangverein Max Reger singt Lieder des Komponisten. Der Regensburger Domorganist, Professor Franz-Josef Stoiber, spielt am Sonntag, 5. Juni, ein Konzert mit Orgelwerken Regers und Improvisationen in der Brander Pfarrkirche. Die beiden Brander Chöre beteiligen sich mit der Messe "aux chapelles" von Charles Gounod.

Am 18. Juni heißt es "Reger trifft Rockmusik ". Beim Ranger-Rock-Festival werden um 20.30 Uhr und um 21.30 Uhr kurze Werke in einer "Reger-Wolke" über Brand zu hören sein. Der gebürtige Fichtelberger Organist Dr. Stefan Daubner und seine Frau spielen am Freitag, 5. August, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Herz-Jesu Reger-Werke mit Orgel und Cello. Mit einem Chorabend eröffnen drei Chöre der Sängergruppe Max Reger das Bürgerfest.

Anna-Viktoria Baltrusch, Siegerin des Orgelwettbewerbs 2014 der ARD, kommt am Samstag, 20. August, und gibt um 17 Uhr ein Konzert. Dabei ist auch die Leiterin des Max-Reger-Instituts Karlsruhe, Professor Dr. Susanne Popp. Der Bayerische Rundfunk zeichnet am 3. Oktober um 17 Uhr ein Orgelkonzert in der Pfarrkirche mit Bernhard Buttmann auf.

Ein Chorabend mit Musik der Romantik ist am 19. Februar 2017 im Mehrzwecksaal geplant. Daran beteiligt sind der Kammerchor der Kreismusikschule und die beiden Brander Chöre. Iris Meier wird als Solistin auftreten, begleitet von Walter Reischer am Klavier. "...reger und reger, aber nix von Reger " lautet der Untertitel des Faschingskonzerts am Sonntag, 19. Februar, das mit "Heitere Orgel" überschrieben ist. Ein "reger" Abend! Den verspricht dazu die Theatergruppe Brand. Es gibt Szenen, geschrieben von Claus J. Frankl. Mit einem Gottesdienst am 19. März um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche endet das Max-Reger-Jahr. Er wird mitgestaltet von der evangelischen Kantorei Sankt Veit Wunsiedel unter der Leitung von Bezirkskantor Reinhold Schelter und der Solistin Kirsten Obelgönner aus Bayreuth. Seinen offiziellen Abschluss findet das Reger-Jahr anschließend im Mehrzwecksaal bei einem Sektempfang, den die beiden Brander Chöre musikalisch mitgestalten.
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