Duo Aurata begeistert das Publikum in Brand
So klingt es, wenn die Jugend musiziert

Die häufigen Kostümwechsel war belebende Elemente des umjubelten Auftritts von Teresa Hörl (links) und Yvonne Grünwald. Bild: ld
Kultur
Brand
19.08.2016
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Im Reger-Jahr 2016 bekommen alle Künstler, die in Brand gastieren, als Erinnerung eine Pfeife der Orgel, die einst Elsa Reger mitfinanziert hatte

Teresa Hörl und Yvonne Grünwald gastierten als "Duo Aurata" im Rahmen des Festivals junger Künstler Bayreuth in Brand. Die jungen Damen hinterließen ein begeistertes Publikum.

(ld) "Zwei Frauen, eine Reise." Woher? Wohin? Da hatte sich das "Duo Aurata" - Teresa Hörl (Sopran) und Yvonne Grünwald (Akkordeon) auf - vom Gedanken von Sissy Thammer leiten lassen, die im Programmheft des Festivals junger Künstler davon spricht, "dass Toleranz und Offenheit stets Voraussetzung und Zeichen geistig-kultureller Blütezeiten sind". Abschließung und Enge würden auf Krisen und Verfall hindeuten.

Mut zu Neuem


Also treten die beiden Künstlerinnen aus diesem Zwang heraus und machen sich auf die Reise in eine andere Welt, in der Freiheit und Kreativität, aber auch Mut zu Neuem gefragt sind. Sie tun das mit Leidenschaft, mit Lebendigkeit, mit - wenn möglicherweise auch gespielter - Unbekümmertheit und verleihen ihrer Show in Brand einen Charme, der die rund 100 Zuhörer im Saal von Anfang gefangen nimmt.


Inhaltlich ist die Sache einfach: Die Damen beschreiben musikalisch mit einer wohldurchdachten Mischung aus Altbekanntem und Neuem ihre musikalischen Karrieren, ihre Reise in die Welt der Musik, die am Kaffeeautomaten beginnt. Dort kommen sie offenbar gerade her, als sie, noch gar nicht umgezogen und unge-schminkt, genüsslich ihren Becher Kaffee trinken und den Besuchern dabei vermitteln, dass es ein ganz unkonventioneller Abend wird, in dem sie bereits mittendrin sind.
"Einmal was ganz Anderes", werden die Leute beim Hinausgehen begeistert äußern und voll des Lobes über einen derart gelungenen Abend sein. Welch eine gute Entscheidung hatte der Kulturelle Förderkreis getroffen, als er sich aus mehreren Angeboten für die keineswegs mehr unbekannte gebürtige Kemnatherin Teresa Hörl und ihre Begleiterin entschied.

Schwenk zu Max Reger


Und da war dann noch das Akkordeon im Programm angesprochen, und damit wurde ein gewisses Genre assoziiert, das ebenso in Richtung Volksmusik geht wie es sich dem Chanson nähern könnte. Eines schließt das andere nicht aus, und ein drittes durfte ergänzt werden: "Klassisch" wurde der Abend auch, und selbst ein Schwenk zu Max Reger wurde angekündigt: Mariä Wiegenlied! Wie soll dieser Abstecher in eine völlig andere Welt gelingen? Romantik und auch noch geistlich.

Kräftiger Applaus für Teresas glänzenden Vortrag und Yvonnes gekonnter Begleitung. "Gerade noch den Bogen gekriegt", kommentierte die Sopranistin am Ende des Abends diesen Ausflug, und spätestens da ist auch dieser Programmteil homogen integriert. "So klingt es, wenn sich die Jugend der Kultur und der Musik zuwendet", fasste Bürgermeister Ludwig König zusammen und meinte damit diese Offenheit und den Ausbruch aus der Enge, den man in den zwei Stunden erlebt hat.

Vielfalt begeistert


Es waren zwei abwechslungsreiche und vielseitige Stunden, in denen auch das große Können der beiden Musikerinnen sichtbar wurde: Das gekonnte Hin- und Herspringen zwischen den musikalischen Epochen und dann zurück in die Wirklichkeit, die Schauspielkunst, die ebenso nicht zu kurz kam, das Beherrschen mehrerer Instrumente und auch der Umgang mit neuzeitlichen Instrumenten und Geräten wie etwa dem Loop. Ein Gerät, das die Begleitmusik aufzeichnet, auf Knopfdruck das Eingespielte wiederholt und den Sängerinnen die Freiheit gibt, sich nun - vom Loop begleitet - nur dem Gesang zu widmen.

21 Dirndl im Schrank


Der häufige Kostümwechsel bringt Leben auf die Bühne und vor allem jener, der in ein Mitmachlied führt, das "Wies'n"-Charakter hat. Im Dirndl - Teresa hat 21 davon - werden die Zuschauer zum Mitmachen animiert, singen und klatschen gerne mit, wenn die beiden Frauen mit ihnen üben unter dem Motto "Schau mer mal, was geht."

Dem Publikum gefällt der Wechsel zwischen Pop, Medleys, Computerspielen, Fernsehsendungen und schließlich auch die Tanzeinlagen, bei denen der Rhythmus mit metallbesetzten Absätzen und Spitzen zum tragenden musikalischen Gestaltungselement wird. Ein kurzweiliges Programm, wohldurchdacht, technisch perfekt aufbereitet, leidenschaftlich dargeboten. Da konnte Ludwig König am Ende nur noch danken und viel Erfolg für die weitere künstlerische Laufbahn wünschen. "Schau mer mal, was geht!"
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