Schrecklich lustige Piraten

Nichts Gutes lernten die Kleinen in der Schule der Piraten. Bild: ld
Kultur
Brand
29.07.2015
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In den Anfangsjahren der Theatergruppe zogen rund 20 Jugendliche zur Kirwa mit einem Leiterwagen durchs Dorf. Wenig später schoben die ersten Kinderwagen. Nun begeisterten die, die darin lagen, und ihre Eltern rund 350 Zuschauer.

"Die Schule der Piraten" war ein grandioser Erfolg, trotz des kühlen Abends, der den Akteuren und allen Beteiligten zumindest kühles Nass von oben ersparte. Im ehemaligen Schulhof hatten es sich schon lange vor Beginn viele Besucher gemütlich gemacht. Sie hatten sich mit Bier und scharfer Piraten-Pfanne versorgt, um sich auf einen gemütlichen Abend mit Witz und Humor und vor allem Freude an den schauspielerischen Leistungen der Jugend der Theatergruppe zu erfreuen.

Eltern ganz stilecht

Mit ihren Eltern, die sich für das Piratenstück mit Kopftuch, Hut und Säbel ausgerüstet hatten, lieferten die Mädchen und Buben einen eindrucksvollen Beweis erfolgreicher Nachwuchsarbeit der Theatergruppe. Alle waren gefordert, um schon Wochen zuvor ein tolles Bühnenbild zu schaffen, Möbel zu zimmern, Utensilien heranzuschaffen und schließlich das Stück auf die Bühne zu bringen.

Das Problem der Akustik musste ebenso gelöst werden wie 20 Headsets besorgt werden mussten, damit die jungen Schauspieler auch in allen Ecken des Platzes zu verstehen waren. Technik im Wert von 60 000 Euro stand schließlich im Schulhof und im Mehrzwecksaal. Erstmals war dort die hintere Tür der Bühne geöffnet, hinter der sich die Technikzentrale befand. 25 Helfer listete das Programmheft neben den 24 Kindern und Jugendlichen auf, die die Freilichtbühne bevölkerten.

Nachdem Vorsitzender Jochen Erhardt den heftig wehenden Wind als "selbstverständlich bestellte steife Brise" deklariert hatte, erfüllte kerniger Sound den Platz. Durch einen Zauber landen die Kinder Timo und Tina im Jahr 1710 auf der Insel Totumba, wo in der Kneipe "Zum Roten Papagei" eine Piratenschule betrieben wird. Hier ist es Aufgabe des Lehrers "Kapitän Blackbeard" (Lukas Schlicht) und seiner Kollegin, der "Schwarzen Witwe" (Sarah Glowka), ihre Schüler im "Angst machen" und "Böse sein" zu unterrichten.

Tina und Timo nehmen am Unterricht teil und lernen Prinzessin Elisabeth (Lena Scherm) kennen. Doch bald schon wollen alle nur noch nach Hause. Da führt der Zauberspruch auch Herrn und Frau Kleinschmitt (Hannes Scherm und Maria König) auf die Pirateninsel, und schnell gibt es ernsthafte Probleme. Diese können nur durch Zusammenhalt gelöst werden. Die beiden haben das "Zauberbuch" dabei und so gelingt es schließlich der Familie, unbeschadet an den heimatlichen Küchentisch zurückzukehren.

Wöchentlich drei Proben

Erzählerin Leonie Reiß führte sehr selbstbewusst durch das Stück, und das im Oberpfälzer Dialekt, der ihrem Part einen besonders witzigen Charme verlieh. Nicht minder die schauspielerische Leistung aller Akteure, die zum Teil zum ersten Mal auf der Bühne standen. Die vielen Proben - dreimal pro Woche in der Zeit vor der Aufführung - hatten sich gelohnt. Von Lampenfieber war deshalb keine Spur, eher beherrschte große Spielfreude die Szenen, die ein dankbares Publikum immer wieder mit starkem Applaus bedachte.

Die anschließende Party litt etwas unter der doch deftigen Kälte, die sich im Laufe des Abends breit gemacht hatte. Dafür belohnte Traumwetter und ein hervorragender Besuch alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne am Sonntag bei der zweiten Aufführung. Die Autos belegten alle Plätze entlang der Max-Reger-Straße. Und anschließend wurde der Erfolg kräftig gefeiert. Dem Vernehmen nach möchte sich die Theater-Jugend das nächste Mal an ein eigenes Stück wagen.
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