Bunt und liebenswert

Applaus für "Consort.Amabile". Rechts im Bild: Leiterin Boshena Korchynska. Bild: ld
Lokales
Brand
21.08.2015
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Amabile: süß, liebenswert, mild. Alles Begriffe aus dem Lexikon, die auf "Consort.Amabile" zutreffen - eine Formation aus der Ukraine, die im Rahmen des Festivals junger Künstler im Mehrzwecksaal in Brand gastierte. Es war das 30. in der Reihe der "Heiteren Sommerkonzerte".

Die Gemeinde verdankt die beliebten Konzerte der Intendantin Dr. h.c. Sissy Thammer, die das Festival seit 30 Jahren leitet und Brand von Anfang an mit in die Konzert-Orte aufgenommen hat. Auf ihr Engagement wies Bürgermeister Ludwig König als Vorsitzender des Kulturellen Förderkreises hin. "Consort.Amabile" ist die Flötenklasse von Boshena Korchynska, Tochter eines Professors für Sopilka und selbst auf dem Weg zum Doktortitel.

Das Konzert begann mit einer Chaconne eines französischen Komponisten, die einen Eindruck vom Können der Interpreten vermittelte: Es waren perfekt ausgebildete Musiker am Werk, die ihre Stücke nicht vortrugen, sondern zelebrierten und dabei jeden Ton, den sie ihren Sopilken entlockten, genossen. Noch einmal gab es barocke, uhrwerksmäßig ablaufende Musik von Telemann, nachdem die 60 Zuhörer eine grandiose Sopranistin mit einer Arie von Bach bewundern konnten: Ausdrucksstark und überzeugend erlebten die Zuschauer "Schafe können sicher weiden".

Die bunt gefärbte "Capriol-Suite" des weniger bekannten Komponisten Peter Warlock eröffnete den Musikfreunden einen Einblick in die Ausdrucksmöglichkeiten der kleinen hölzernen Langflöte. Auf schöne, lange Phrasen im legato, bei denen die Sopilken in den tieferen Lagen begleiten, folgten Sätze mit stark rhythmisierendem Staccato, nuanciert angeblasen, um so ein tragendes Fundament für die hohen Stimmen zu bilden.

Die schnelleren Sätze gefielen dem Publikum besonders gut, es bedankte sich mit reichlich Applaus. "Barcarole" aus "Hoffmanns Erzählungen" wurde im Duett vorgetragen. Vor der Pause spielten die Musiker den "Tango für Elise" eines unbekannten Komponisten. Nach der Pause stand ukrainische Ethnomusik auf dem Programm, das damit seinem Thema "Wanderschaft: Ukraine!" mehr als gerecht wurde. Es ging um Liebe, es ging um "böse Geister". Das erforderte verschiedene Besetzungen und forderte auch der Leiterin einiges ab.

Feinfühlige, virtuose junge Musiker hatten ein vielfältig aufgebautes Programm dargeboten, und das mit sehr positiver Ausstrahlung. Nett und sympathisch! Amabile!
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