Charmante Bullaugen

Studentinnen aus Brünn stellten ihr Konzept zur Wiederbelebung des Brander Freibads vor. Der Workshop, initiiert von Luci Mantel (rechts), brachte zumindest eine Reihe von diskutablen Ideen. Bild: ld
Lokales
Brand
27.10.2015
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Möglicherweise stellte Franz Moder, Diplom-Geo-Ökologe und Lehrbeauftragter an der Uni Bayreuth, die entscheidende Frage. Was wollen die Brander aus der Freibad-Brache machen?

Am dritten Tag des Workshops zur Planung der neuen Perspektive ging es darum, erarbeitete Ergebnisse und Konzepte der Bevölkerung vorzustellen. Moder meinte, Brand müsse wissen, was es wolle. Etwas, das Menschenmassen anzieht oder eine Fläche für die Bürger selbst als Beitrag zum Leben in der Gemeinde, zur Entspannung und Erholung.

Ersteres würde wohl einen großen finanziellen Aufwand bedeuten und dann auch Eintritt kosten. Das andere könne im Interreg-Programm relativ kostengünstig umgesetzt werden. Auf die zweite Variante hatten die angehenden Landschaftsarchitektinnen und Geo-Ökologinnen ihre Arbeit ausgerichtet, und dafür vom zweiten Bürgermeister Christian Drehobel am Ende ein Lob erhalten. Viele Ideen seien aufgenommen und ins Konzept eingearbeitet worden. Die Studentinnen aus Bayreuth hatten sich um die ökologische Seite gekümmert und sich überlegt, welche Bereiche des Areals man wie verwenden sollte.

Natürliches Umfeld

Der Baumbestand war erfasst worden, der eventuell erhalten werden könnte. Auch Totholz lässt sich integrieren. Das hatte auch ein Specht genutzt, der seine Spuren in einem kunstvoll gezimmerten Loch hinterlassen hatte. Unterschiedlich stark vernässte Flächen wurden festgehalten, und der Grundbach hatte es nicht nur den angehenden Akademikerinnen angetan, vor allem die Frage, ob und wie man ihn an die Oberfläche holen könnte.

Klarheit konnten die fünf Damen aus Bayreuth am Ende nicht schaffen; viele Leitungen wurden gefunden, Schächte aufgemacht, Bodenproben entnommen. Welches Wasser wohin fließt und welches man in dem komplexen Leitungssystem wofür verwenden kann, war in zwei Tagen nicht eindeutig herauszufinden. Die Landschaftsarchitektinnen hatten sich Gedanken über die Gestaltung des Areals und dessen Verwendung gemacht. Erhaltungswerte Wasserfläche tauchte in der Analyse des Ist-Zustandes auf, wieder einplanbare Sonnenterrassen, Betonfliesen, die sich im Laufe der Zeit mit der Natur vermischt haben, ein Sprungturm, für den man eine neue Funktion finden könnte, überdachte, vielseitig verwendbare Räume an der Südseite des Beckens und auch "charmante Bullaugen" in der Beckenwand.

Im unteren Bereich müsse man gar nicht viel machen, der sei ohnehin schon sehr einladend zum Verweilen, wenn auch eine Reihe von Gehölzen pflegebedürftig sei. Der technische Zustand der Gebäude sei nicht gut, die Zugänge auf nur einer Seite würden wie eine Sackgasse wirken.

Schöner gestalten

Attraktiver müsse der Eingangsbereich gestaltet werden. In dem ersten Entwurf nun wurde der obere Bereich für eine "aktive Nutzung" vorgesehen, der untere eher zur Erholung. Eine Bühne könnte hier entstehen, mit Holz abgedeckte Wasserflächen wären denkbar; beweglich, um sie dem Bedarf anpassen zu können. Natürlich müsse alles schöner gestaltet werden. Eine mögliche Variante sah die Bühne im Bereich der Technik mit Ausrichtung zum Minigolfplatz hin vor. Eine weitere Möglichkeit würde sich im Bereich des Sprungturmes bieten, wobei ein Stück der Wasserfläche mit einem Holzboden überdeckt wäre und die Sonnenterrassen als Zuschauerbereich genutzt werden könnten. Den unteren Bereich müsste man entwässern und einen Bereich für Kinder lassen. Die Mehrheit der Gehölze könnte bleiben.

Wunsch nach Attraktion

Altbürgermeister Karl Söllner formulierte weiterhin die Notwendigkeit einer Attraktion, die Franz Moder zu relativieren versuchte mit dem Hinweis, dass Wasserflächen für Kinder immer Anziehungspunkte seien. Das "Herlocken" größerer Besucherzahlen, das immer wieder angesprochen wurde, könnte nach Dr. Birgit Thies auch dadurch gelingen, dass mehr junge Camper das Areal für ihre Familien entdecken.

Herzlich bedankte sich Bürgermeister Ludwig König für die wertvollen Anregungen, für die Zusammenarbeit mit den Brandern und vor allem bei Luci Mantel, auf deren Initiative der Workshop zustande gekommen war.
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