Corinna Frühwald und Stefan Glaßer musizieren in Brand
Romantischer Reger

Corinna Frühwald (Querflöte) und Stefan Glaßer (Klavier) musizierten vor einem Bild von Max Reger. Bild: ld
Lokales
Brand
15.10.2014
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Warum schaut Max Reger bloß so grimmig aus dem Bild? Die Qualität der Musik kann nicht der Grund gewesen sein, Corinna Frühwald (Querflöte) und Stefan Glaßer (Klavier) boten höchste musikalische Qualität und ein abwechslungsreiches Programm mit Musik der Romantik.

Die Musiker gaben zu den Stücken kurze Einführungen. Weich und zart begann das Programm mit der Sonate "Arpeggione" von Franz Schubert. Die Flötistin war gefordert, den warmen Ton dieses nicht mehr vorhandenen Streichinstruments - einer Mischung aus Gitarre und Cello - nachzuempfinden. Und sie tat es sensibel und einfühlsam. Mit geschmeidigen Bewegungen über nicht sehr weite Tonumfänge erreiche sie die Zuhörer.

Die "Ungarische Melodie" von Schubert für Klavier knüpfte daran an, ließ in ihrem Moll Melancholie und große Weite schwingen. Aus "Blüten und Blättern" von Max Reger stammte eine Romanze in B-Dur. Das Stück erinnere an Brahms, sagte Glaßer. Mit "Sonata Apassionata" für Flöte solo von Sigfrid Karg-Elert hatte sich Frühwald eine große Aufgabe gestellt. Der Zugang zu dem komplexen Stück fällt Zuhörern schwer. Karg-Elert war Regers Nachfolger in Leipzig und sehr stark an ihm orientiert. Die technische Leistung der Künstlerin war über jeden Zweifel erhaben. Das "Allegro grazioso" von Reger trugen beide so vor, dass es seinen Namen sehr wohl verdiente.

Einen anderen Reger bot die Suite a-Moll: ein flotter Einstieg ins komplizierte Harmoniengeflecht, aus dem der Pianist die Flöte am Schluss elegant wieder herausführt. Nach einer Gavotte Regers folgte ein Ausflug in die Hochromantik zu Joseph Rheinberger. Und dann noch einmal der Erzromantiker Reger mit all seinen Eigenheiten, all seinen harmonischen und dynamischen Exzessen; ein Spiegelbild der Persönlichkeit des Komponisten - auch mit all ihren Widersprüchen. Eigentlich für Geige und Klavier geschrieben, hatten es die beiden Künstler gewagt, das Stück für Flöte umzuschreiben.

Den Höhepunkt zum Schluss bildete ein gemäßigt vorgetragenes Präludium, dem sich ein melodisches Largo anschloss, das auf die Fuge gespannt macht. Faszinierend vorgetragen wird die "Suite im alten Stil", Opus 93, beinahe erlebbar. Ihre ausschweifende Harmonik verknüpften die Künstler mit einer gewaltigen dynamischen Steigerung. Herzlich dankte Bürgermeister Ludwig König den Künstlern, die den Abend mit dem Besuch des Max-Reger-Gedächtniszimmers im Rathaus beendeten.
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