"Danke für diese Musik"

Generalvikar Michael Fuchs segnete die neue Orgel. Mittlere Reihe, rechts: Professor Kunibert Schäfer, der im Anschluss auf der Königin der Instrumente spielte. Bild: ld
Lokales
Brand
02.12.2015
8
0

Ein großer Tag für die Pfarrei Herz-Jesu - und ein wunderbares Fest, das einen würdigen Rahmen für ein besonderes Ereignis bildete: Die Rede ist von der Orgelweihe in Brand .

Wegen Erkrankung hatte Weihbischof Dr. Josef Graf abgesagt; er wurde vertreten von Generalvikar Michael Fuchs. Die Brander Vereine hatten sich trotz heftigen Schneeregens zum Kirchenzug formiert, die beiden Chöre hatten in Tagen vorher gemeinsam geprobt und machten sich auf der Empore bereit. Der Orgel-Sachverständige der Diözese Regensburg, Professor Kunibert Schäfer, war bereits am Freitag nach Brand gekommen, um die Orgel noch einmal gründlich zu inspizieren und dem Intonateur Jochen Breuer von der Firma Weimbs kleine Änderungswünsche mitzuteilen.

Absolute Spannung

Dies geschah dann am Samstag, nachdem die Orgelbaufirma aus Hellenthal zur Freude aller Beteiligten mit nicht weniger als zehn Mann anrückte, um die feierliche Weihe der Orgel mitzuerleben. Der Einzug bei Beginn des Gottesdienstes erfolgte ohne Musik. Die Spannung bis zum ersten Erklingen des neuen Instruments bis zum Gloria sollte so lange gehalten werden. "Danke für diesen guten Morgen, danke für diese Musik", hatte der Gemischte Chor unter der Leitung von Andrea Krauß beim Einzug in die Kirche gesungen.

Pater Joy Munduplackal hieß den Gast aus Regensburg willkommen. Drei Mädchen trugen ein Gedicht vor, das mit einem Blumengruß endete. Noch stand der Bußakt bevor, dann stiegen Zelebranten und Ministranten mit Weihwasser und Weihrauch die Treppe hinauf zu dem neuen Prunkstück der Pfarrkirche. Segensgebete folgten, und das Besprengen mit Weihwasser.

Das Gloria stimmte der Generalvikar noch auf der Empore an, Einsatz für Professor Schäfer an der Orgel, die mit einem "Gloria" (opus 59) von Max Reger, schon einmal einen Teil ihrer Vielfalt unter Beweis stellte. Musikalische Dynamik hieß das Zauberwort des Tages. Der Generalschweller wurde bedient und ließ eine Steigerung folgen, an der schließlich auch das Volk teilhaben durfte. "Ehre sei Gott in der Höhe" sagen die Kirchenbesucher kräftig mit und wurden dabei auch von der ansteigenden Lautstärke mitgenommen. Werke von Johann Sebastian Bach und Max Reger - nichts passte besser. Sowohl die dynamischen Möglichkeiten, die die Stücken des Erzromantikers Reger erfordern, wie auch die Transparenz barocker Stücke gibt diese Orgel her. "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Bach erklang zur Gabenbereitung.

Gemeinsame Sätze

Zwei gemeinsame Chorsätze mit Orgelbegleitung trugen die beiden Brander Chöre bei. Das "Sanctus" aus der Messe "aux chapelles" von Charles Gounod gelang gut. Das "Agnus Dei" beeindruckte durch einen vollen, harmonischen Chorklang und einen im fein ausklingenden Pianissimo am Schluss. Beide Male profierte auch der Chor von der auf die Lautstärke genau abstimmbare Orgel, was Professor Schäfer hervorragend nutzte. Überaus interessant zur Kommunion die Gegenüberstellung zweier Bearbeitungen zum gleichen Thema: "Nun komm, der Heiden Heiland" von Bach und Reger.

Mit Volksgesang endete der Gottesdienst. "Nun danket alle Gott" nahm die Absicht des Eingangschors wieder auf: Danke für einen derart wunderbaren Tag und ein ebenso wunderbares Instrument. Nach dem "Te Deum" stimmte das Volk ein in das großes Lob Gottes.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.