Emotional und natürlich

Das "Lemberger Bandura-Quartett", auch bekannt unter dem Namen "Goldkehlchen", begeisterte in Brand 50 Zuhörer. Bild: ld.
Lokales
Brand
05.08.2015
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Die Gemeinde hat zu ukrainischen Musikern gute Beziehungen. Sbyranka gastierte vor einigen Jahren öfter im Ort, Wissokij Samok arbeitete mit dem Männergesangverein Max Reger mehrfach zusammen. Jetzt war eine dritte Gruppe zu Gast.

Das "Lemberger Bandura-Quartett", auch bekannt unter dem Namen "Goldkehlchen". Die beiden Banduristinnen sowie eine Musikerin und ein Musiker mit Geigen bescherte dem 50-köpfigen Publikum eine überaus reizvolle musikalische Stunde. Die perfekte Beherrschung ihrer Instrumente bestimmt die Qualität ihrer Musik und die Tatsache, dass sie mit Herzblut musizieren, macht den Charme des Ensembles aus.

Mit Einführung

Geiger Andrij beherrscht die deutsche Sprache, was sich als großer Vorteil erwies. Er konnte zu den einzelnen Musikstücken eine kurze Einführung geben, aber auch die Ensemble-Mitglieder und ihre Instrumente vorstellen. Es begann "romantisch" mit dem bekannten "Ave Maria" von Franz Schubert, womit der Gruppe einen wohlklingenden Einstieg die wunderbare musikalische Stunde in der Pfarrkirche in Brand gelang. Zwei Stücke aus dem Barock standen im Programm; ein sehr emotional vorgetragenes "Adagio" von Antonio Vivaldi und "Der Winter" aus dem "Vier Jahreszeiten" vom gleichen Komponisten. Warum gerade im Sommer die musikalische Darstellung der kalten Jahreszeit gewählt wurde, bleibt ein Geheimnis der Musiker. Es mag daran liegen, dass der Vortrag - getragen und eher leise - sich gut in den Abend einfügte.

Natürlich stellte sich wie immer die Frage, ob weltliche Musik überhaupt in den Rahmen eines geistlichen Konzerts passt. Die Antwort mag in der Absicht der Musiker liegen, die ihre Musik zur Freude ihrer Zuhörer machen; und Freude hat sehr wohl hier ihren Platz. Grenzen wird es sicher geben, wenn sich textlich und inhaltlich Kirche und Musik nicht verbinden lässt. Das aber wurde vor dem Konzert mit dem Ensemble geklärt. Stücke aus der ukrainischen Heimat bestimmten unter anderem das weitere Programm, ließen einblicken in die Mentalität und die Kultur des Landes. Stücke, die die Natur und Ereignisse in der Natur beschreiben, bestimmten den weiteren Ablauf.

Dabei machten die "Goldkehlchen" ihrem Namen alle Ehre, ließen auch ihre klaren und ausdrucksstarken Stimmen erklingen und hinterließen beim Publikum einen überaus positiven Eindruck. Einen wunderbaren Abend erlebten die Musikfreunde, einen Einblick in die Musik des vom Krisen und Krieg gebeutelten Landes.

Dank des Förderkreises

Am Ende des Abends dankte Bertram Nold für den Kulturellen Förderkreis und lud zum Konzert im Rahmen des Festivals junger Künstler Bayreuth am 16. August in den Mehrzwecksaal ein. Allem Anschein nach wird die Gruppe "Samok" zu Weihnachten im Land sein.
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