Gemischter Chor gibt beeindruckendes Konzert - Gedichte über die Sinnhaftigkeit
Poesie trifft auf Musik

Gut vorbereitet hatte sich der gemischte Chor, der sich von Dirigentin Kathrin Filbinger zu einer glänzenden Leistung führen ließ. Bild: lpp
Lokales
Brand
15.05.2015
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Neue Wege beschritt der gemischte Chor beim Muttertagskonzert im Pfarrheim. Das Ensemble verband Poesie mit Musik. Vorsitzende Angela Hars begrüßte dazu Joachim Kraus aus Tröstau, der mit seinen selbstverfassten Gedichten den Frühling und den Sommer, die Zeit und das Glück beschrieb. Er stellte Sinnfragen an das Leben und überreichte im übertragenen Sinn Rosen an die Frauen und Mütter. Chorleiterin Andrea Krauß, die sich zur Zeit in der Babypause befindet, genoss die Veranstaltung auf der anderen Seite der Bühne.

Abschied vom Grau

Ganz nah am Publikum präsentierte der gemischte Chor unter der Leitung von Kathrin Filbinger fröhliche und nachdenkliche Weisen und eröffnete das Konzert mit einem ungarischen Tanz von Johannes Brahms. Den Abschied vom kalten, grauen, dunklen Winter und das werdende Leben in den knospenden Blüten beschrieb Joachim Kraus. Als ehemaliger Lehrer versäumte er es nicht, den Zuhörern verschiedene Gedichtformen nahezubringen, wie etwa bei ein "Akrostikon", bei dem das Wort "Frühling" die Anfangsbuchstaben der einzelnen Zeilen beschrieb.

Poetisch nahm er die Gartenarbeit, das frische Grün und die damit verbundene Zuversicht in Angriff. Auch beim Sommer stellte er die Verbindung zu Erneuerung und Aufbruch her. "Wochenend und Sonnenschein" steuerte der gemischte Chor dazu bei und ging mit Paul Gerhard auf die Reise in die Natur: "Geh aus mein Herz und suche Freud'."

Mit der malaiischen Gedichtform, dem Pantun, ging Kraus in der "Ägäis baden" und beschrieb dann in stichwortartigen Versen den befreienden Regen nach glühender Hitze. Im bisher kühlen Mai noch nicht ganz nachvollziehbar. Der Zeit näherte sich der Dichter und Poet mit einer Betrachtung über die Trödler und die Gehetzten und dem Kontingent der Lebenszeit. Äußerst eindrucksvoll beschrieb dies der Chor mit "Meine Zeit steht in deinen Händen". Das schillernde Glück war zentraler Mittelpunkt der Fragen des Dichters.

Fragen des Lebens

Mit den Sinnfragen des Lebens stellte Kraus erneut eine neue Versform vor, das Sonett, bevor das Ensemble das Publikum mit "Über den Wolken" überraschte. Passend zum Muttertag beschrieb Kraus die schönste Blume, die Rose. Die Chormitglieder verteilten schließlich wunderschöne, dunkelrote Rosen an alle Frauen im Raum. Vorsitzende Angela Hars dankte dem Poeten aus Tröstau mit einem Präsent für seine Beiträge und überreichte der Chorleiterin einen Blumenstrauß.
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