"Gott, beeil dich, komm' endlich"

Kräftigen Applaus gab es für den Männergesangverein "Max Reger" und die Geschwister Eva, Lilli und Sarah Glowka am Ende der traditionellen "Vorweihnachtlichen Feierstunde" am vierten Adventsonntag in Brand. Bild: gis
Lokales
Brand
24.12.2014
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Die dunkle Brander Pfarrkirche war ein idealer Ort für zahlreiche Besucher, sich auf Weihnachten einzustimmen. Nicht nur die Frohe Botschaft war zu hören, Gedanken galten auch den Menschen in Krisenregionen.

Themen, die unter den Nägeln brennen, Krieg und Terror, Flüchtlingsströme, Gräueltaten und die Bitte um Gottes Hilfe. Dies alles war eingebunden in die vorweihnachtliche Feierstunde in der Pfarrkirche. Aber ebenso klangen an die Sehnsucht nach Frieden, nach Recht und Gerechtigkeit, die Dankbarkeit, die Liebe - und über all dem die Frohe Botschaft von Christi Geburt.

"Nun mach schon, Gott, beeil dich, komm endlich", forderten die Sprecher Inge Drehobel und Helmut Schindler in der dunklen, sehr gut besetzten Pfarrkirche. Und dazu die eindringliche Bitte des veranstaltenden Männergesangsvereins Max Reger noch vor dem Hauptportal "Oh Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmellauf". Klang- und stimmungsvoll zelebrierten die Sänger dieses und auch weiteres überaus anspruchsvolles Liedgut - als homogen agierender Chor, den Bertram Nold mit leichter Hand führte und die Vorträge, je nach Facette und Emotion, hör- und spürbar werden ließ.

Dann begaben sich Sprecher auf Spurensuche nach dem Frieden. Aber: Wie geht eigentlich Frieden? Die Antwort, die vom Chor mit "Jerusalem", "Amen-Halleluja" und "Schalom Chaverim" musikalisch vertieft wurde, ist nachzulesen in der Frohbotschaft.

Dazu passten auch die beschaulichen Klänge von Eva, Lilli und Sarah Glowka mit Geige, Querflöte und Gitarre, die immer willkommene Gäste sind, wenn es gilt, Feiern und Veranstaltungen musikalisch zu umrahmen. Es verdient großen Respekt, wenn die drei Schwestern so versiert ihren Part spielen wie an diesem Abend und es verdient ebenso große Anerkennung - auch für die Eltern - wenn gleich drei Kinder musikalisch so optimal gefördert werden, dass daraus ein kleines Ensemble entsteht. "Würde es doch mehr Jugendliche geben, die sich so intensiv der Musik widmen", wünscht sich Gesangsvereinsvorstand Hans Scherm.

Doch zurück zu den Sängern, die mit dem "Gefangenenchor", "Herr der Herrlichkeit", einem innigen Wolgalied und dem getragenen "Selig sind, die Verfolgung leiden", nicht nur Bitte, Lob und Dank zum Himmel trugen, sondern auch Aktuelles beleuchteten: Die Flüchtlingsströme haben mittlerweile auch die Gemeinde Brand erreicht. "Wir wollen den Menschen, die auf der Flucht um ihr Leben sind, mit Verständnis und Toleranz begegnen", betonten die Sprecher. "Ave Maria" - Helmut Graf las dazu die "Verheißung des Erlösers -, "Maria durch ein Dornwald ging", "My Lord, what a morning", "Stell dir vor, s'ist Weihnachtszeit" , ein ganz staades "Heast as net" und innige Instrumentalstücke nahmen die andächtig Hörenden mit auf Weihnachten zu "über Steine, Zweifel und Dornen hinweg", so die Sprecher. Die Solisten Rudi Ernstberger, Lothar Zaus und Gerald Plannerer verliehen manchem Lied noch einen Extraglanz.

Mit ihrem traditionellen "Weihnachten bin ich zu Haus" und dem russischen Segensspruch "Mno gaja léta" erfüllte der Chor abschließend noch die Wünsche vieler Zuhörer.

Dem folgten der Dank von Vorsitzendem Hans Scherm an Mitwirkende, Hörer und auch Spender des Glühweins (der später auf dem Kirchplatz ausgeschenkt wurde), segnende Worte von Pater Joy, kurze Stille und langanhaltender Applaus für eine außergewöhnliche Feierstunde.
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