Gottesglaube in Konkurrenz zum Aberglauben - Pfarrer Martin Besold referiert
Schwarze Katzen und Ufos

Lokales
Brand
29.09.2015
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Die KAB-Ortsverbände Ebnath und Brand veranstalteten unter Mitwirkung der Katholischen Erwachsenenbildung Tirschenreuth eine gemeinsame Mitgliederversammlung im Brander Pfarrheim. Als Referent fungierte Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf.

Er befasste sich mit dem Thema "Glaube an Gott - Christliches Menschenbild". Ein nicht ganz einfaches Thema, wie sich bald herausstellte. In vielem widersprüchlich, was die Vorstellung von Glauben bei den Menschen ausmacht. Das christliche Gottesbild hat sich im Laufe der Zeit wohl sehr gewandelt. Anhand von Beispielen machte Pfarrer Besold den Glaubenswandel deutlich: Umfragen zufolge glauben heute an die Auferstehung Jesu wesentlich weniger wie zum Beispiel an die Pechsträhne die man hat, wenn man einer schwarzen Katze begegnet. Ebenso schneidet der Glaube an das Jüngste Gericht im Vergleich zur Existenz von Ufos entsprechend schlecht ab.

Wer glaubt noch uneingeschränkt daran, dass Gott die Welt erschaffen hat? Die Evolutionstheorie ist für viele ein Ersatz dafür. Das Glaubensbekenntnis und auch das Vaterunser sind durchaus mit provokanten Texten versehen. Allein schon, dass Christen es "wagen" zu sprechen, ist Hinweis darauf, dass hier strenge Wortformulierungen enthalten sind.

Weiter führte der Referent aus, dass bildhafte Gestalten im katholischen Glauben immer wieder eine Rolle spielen. Beispielsweise ist Gottvater oftmals als alter Mann mit gütigem Gesichtsausdruck abgebildet. Allein die Liebe Gottes zu den Menschen wird hier symbolisiert, nicht zu verwechseln mit einem Vaterersatz, das soll diese Gestalt nicht darstellen.

Der Glaube wirft nicht selten die Frage auf, warum Gott so viel Leid zulässt. Darauf gibt es viele Antworten, jedoch keine ist wirklich zufriedenstellend. Gott hat den Menschen mit freiem Willen und Verstand ausgestattet, vielleicht ist darin eine Antwort zu finden. Eine Diskussion nach dem Vortragsende wollte nicht so richtig aufkommen, man war mehr als nachdenklich geworden.
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