Liebe und Beständigkeit

Lokales
Brand
12.11.2015
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Spannende Inhalte hatte der KAB-Bildungstag auf Kreisebene. Die Mitglieder kamen dazu in Brand zusammen. Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen.

Mit einem Gottesdienst begann die Veranstaltung. Seine Fortsetzung fand der Tag im Pfarrheim. Referent war Professor Josef Spindelböck aus St. Pölten in Österreich. Er unterrichtet dort Moraltheologie an der philosophisch-theologischen Hochschule. Begrüßen konnte Kreisvorsitzender Josef Kohl auch Kreispräses Pfarrer Hans Riedl und den stellvertretenden Kreispräses Pfarrer Konrad Amschl.

Als Tagesthema hatte man "Berufung und Mission der Familie in der Kirche und der heutigen Welt" gewählt. Ein recht umfangreiches Gebiet, wie sich zeigte, das der Referent eingehend und mit großem Sachwissen durchleuchtete. Warum hat die Familie auch in der heutigen Zeit noch einen so hohen Stellenwert? Sollte man nicht glauben, dass die vielen Ehescheidungen etwas ganz anderes belegen? Junge Leute suchen nach Beständigkeit, Liebe, Treue und Geborgenheit. Es sind Eigenschaften, die zu jeder Zeit von den Menschen angestrebt werden.

Intakte Familien

In einer intakten Familie sind sie selbstverständlich. Komplettiert wird eine Familie aber vor allem durch Kinder, für Nachkommen müssen christliche Eheleute grundsätzlich immer offen sein. Was die Katholischen Kirche ablehnt, ist die künstliche Zeugung. Allerdings ist Leben, das so entsteht, genauso zu achten und zu respektieren, wie das von Kindern, die auf natürliche Weise empfangen wurden.

Die Einstellung zur Sexualität hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. War man früher bemüht, vor der Ehe sexuell enthaltsam zu leben, ist das heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Auf die Politik bezogen sagte der Redner, dass es abzulehnen sei, den Eheleuten vorschreiben zu wollen, wie viele Kinder sie haben dürfen. Unterstützung in den verschiedenen Lebenssituationen vonseiten des Staats sei jedoch willkommen, er sollte subsidiär wirken, auch die Zusicherung von Glaubensfreiheit obliegt ihm. Die Vielehe, sprich Polygamie, wie in manchen Glaubensrichtungen und Ländern noch erlaubt, geht meist zulasten der Frauen, denn sie ist den Männern vorbehalten.

Nicht umsonst wurde der Mensch mit Vernunft ausgestattet, im Gegensatz zu Tieren, die trieb- und instinktgesteuert sind. Vernunft und Verstand einzusetzen, das ist das Gebot für den Menschen. Auch zum Ehebruch nahm der Redner Stellung: Wenn einmal beschlossen, findet er bereits im Herzen statt, man spricht von geistiger Untreue. Gegenseitige Vergebung und gemeinsamer Empfang der Sakramente können die Gemeinschaft stärken und wieder auf den richtigen Weg zurückführen. Liebe der beiden Geschlechter, von Mann und Frau, ist Voraussetzung für eine funktionierende Ehe. Nicht alles, was man als Liebe bezeichnet,, ist es auch. Oftmals wird der Partner ausgenutzt oder man entscheidet sich für den anderen, weil das Aussehen stimmt. Den äußeren Wandel des Partners hinzunehmen muss Selbstverständlichkeit sein. Die erzieherische Akzeptanz in dieser Richtung beginnt schon in der Jugend. "Bis dass der Tod euch scheidet", ist die Devise, nicht, wie manchmal angeführt "Bis die Liebe erkaltet".

Not, Leid und Elend

Liebe muss sich in Not, Leid und Elend bewähren, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, das Wohl des Partners steht im Vordergrund. Das zuletzt Ersehnte muss aber immer Gott bleiben, er ist der Dritte im Bund. Die Zwischenfragen der Zuhörer ließen darauf schließen, dass das behandelte Thema mehr als aktuell ist. Prof. Spindelböck beantwortete alle Fragen souverän. Bei Kaffee und Kuchen endete die Veranstaltung. Der Redner wusste zu gefallen.
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