Lösung für "unlösbare Aufgabe"

Lokales
Brand
17.07.2015
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Gleich bei zwei Sitzungen stand das Thema "Errichtung eines Schülerlotsendienstes" auf der Tagesordnung. Die Gefahren lägen vor allem an zwei Stellen: an der Kreuzung bei der Bushaltestelle in Brand und an einer Bushaltestelle in Neubrand. Vorschläge zur Entschärfung der Bereiche wurden jedoch nicht angenommen.

In der vergangenen Woche befasste sich der Ausschuss "Jugend-Familie-Senioren" mit dem Thema "Errichtung eines Schülerlotsendienstes", eine Woche später der Gemeinderat. Der zuständige Beamte der Polizeiinspektion Kemnath, Carsten Landgraf, hatte mit den künftigen Abc-Schützen den Weg zum Bus trainiert und dabei vor allem das Überqueren der Straße geübt. Er berichtete, dass die meisten Unfälle nicht beim Überqueren, sondern an den Bushaltestellen passieren. Aus diesem Grund und auch wegen der strafrechtlichen Problematik für den ehrenamtlichen Lotsen im Fall eines Unglücks rät die Verwaltung von einer solchen Einrichtung ab. Carsten Landgraf werde aber nochmals nach Brand zu einer Schulung kommen.

Zwei Gefahrenstellen

Einen entsprechenden Beschluss als Empfehlung an den Gemeinderat fasste der Ausschuss. Der Gemeinderat schloss sich der Empfehlung an. In der Debatte zeigten sich zwei Gefahrenstellen: die Straße an der Kreuzung bei der Bushaltestelle in Brand und einer der beiden Bushaltestellen in Neubrand.

Vorschläge zur Entschärfung übertzeugten die Räte aber nicht. Wird an der Kurve am ehemaligen Gasthof Zeug eine Schranke angebracht, werden die Schüler die Straße an der gefährlichsten Stelle überqueren, befürchten die Räte. Der Verkehrsfachmann hatte empfohlen, die Kinder sollen die Straße an einer Stelle überqueren, an der sie gut einsehbar ist. Christian Drehobel erklärte, dass eine der beiden Bushaltehäuschen in Neubrand besonders nah an der Straße liegt. Eventuell würde eine Stange Schutz bieten. Hier befürchteten die Räte, dass die Kinder an der Stange turnen und so größere Gefahren entstehen.

Polizeibeamter Wolfgang Doleschal wusste, dass Querungshilfen Kinder dazu anleiten, genau dort über die Straße zu gehen, wo es am gefährlichsten ist. Damit unterstrich er die Meinung seines Kemnather Kollegen und widersprach Christian Drehobel, der einen entsprechenden Vorschlag wieder zurückzog, weil er nicht wollte, dass "die Verwaltung vor vielleicht unlösbaren Aufgaben steht."

Die meisten Unfälle würden an Bushaltestellen passieren, wenn Kinder hinter dem Bus auf die Straße laufen und dabei den laufenden Verkehr nicht beachten, erklärte Doleschal. Ein großes Problem sei offenbar das Busfahren selbst. Dies hatte Michaela Schmidt, Kindergartenleiterin des Kinderhauses Don Bosco kürzlich feststellen müssen, als sie mit den künftigen Abc-Schützen nach Neusorg fuhr. Kinder hätten im Bus stehen müssen, eine ungeheure Lautstärke hätte im Bus geherrscht und die großen Schüler hätten sich Späße erlaubt, gegen die Schulbuslotsen einfach machtlos seien. Wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Gemeinden verantwortlich

Die Gemeinden seinen für die Schülerbeförderung verantwortlich. Nun sollten sie nach Wunsch der Gremien einen eigenen Bus für die Kleinen stellen. Ein entsprechender Antrag gehe an den Schulverband. Die Busbegleitung durch einen Erwachsenen wurde ebenso diskutiert, doch besteht hier das Problem, dass die Begleitperson nach Ankunft an der Schule nicht mehr nach Hause kommt, weil die Busse in andere Richtungen fahren. Nun gelte es abzuwarten, wie sich der Schulverband in Sachen Extra-Busses für die Kleinen entscheidet.
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