Lust auf Veränderungen

Dr. Götz Braun von der Genossenschaft Klima-Kom aus München und Lucie Mantel sprachen über die vielen Projekte, die in Brand und Umgebung realisiert werden sollen. Bild: rgb
Lokales
Brand
03.07.2015
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Bei der Abschlusskonferenz zum Projekt "Demografische Modelle im ländlichen Raum" machte die Steinwald Allianz mit den Vertretern der betroffenen Gemeinden noch einmal einen Rundumschlag zu Themen, die anzupacken sind.

Brand, Ebnath, Neusorg, Pullenreuth und Waldershof beteiligten sich an dem Projekt, das zu 60 Prozent von der EU und zu 10 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert wurde. Die restlichen 30 Prozent trugen die fünf Kommunen. Auch Gemeinden aus der tschechischen Mikroregion Konstantinsbad waren eingebunden. Begleitet wurde es von der Kommunalberatung Klima-Kom aus München, die Projektleitung übernahm Lucie Mantel.

Innerhalb des Projekts gab es fünf Arbeitskreise, die sich mit den Schwerpunkten "Ärztliche Versorgung auf dem Land, ungenutzte Flächen und Leerstand, Kleinhandelskonzepte, betreutes Wohnen und gesellschaftliche Teilhabe sowie bürgerschaftliches Engagement" befassten. "Die in den Arbeitskreisen entwickelten Maßnahmen sollten auch angepackt werden", forderte nun Dr. Götz Braun von der Klima-Kom.

Medizinstudenten suchen

Im Themenbereich "Ärztliche Versorgung auf dem Land" gelte es, die entstandenen Kontakte zur Kassenärztlichen Vereinigung nicht zum Erliegen kommen zu lassen. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen seien zu schaffen, die den Entschluss, sich im ländlichen Bereich niederzulassen, erleichtern. Medizinstudierende sollen frühzeitig an den ländlichen Raum heran geführt werden.

Beim Thema "Ungenutzte Flächen und Leerstand" sind bereits Ideen für die Revitalisierung der Objekte "alte Schule in Ebnath", "Freibad Brand" und "Bahnhof Neusorg" entstanden. Die Ideen sollen unter Mitwirkung des Amtes für Ländliche Entwicklung geprüft werden. Abzufragen sei auch, inwieweit Förderprogramme in Frage kommen.

Integration in "Bauernkiste"

Die "Kleinhandelskonzepte" haben zum Ziel, die Nahversorgung abzusichern. Die bestehenden Einzelhandelsbetriebe sollten gestärkt werden, denkbar beispielsweise durch die Integration in die "Bauernkiste", eine Initiative des Landkreises Tirschenreuth, regionale Produkte den Bürgern nahe zu bringen.

Außerdem solle die Nachbarschaftshilfe in Pullenreuth ausgebaut werden. Zur geplanten Nachbarschaftshilfe in Brand informierte Holger Schedl, Kreisgeschäftsführer des BRK, dass der Antrag der Gemeinde auf Bezuschussung noch ergänzt werden muss. Er könne sich gut vorstellen, dass dann der Bewilligung zum 1. Oktober 2015 nichts im Weg stehe.

Die Teilnehmer wurden auch über folgende laufende und geplante Maßnahmen informiert: Leerstand des Freibads in Brand, Bahnhof Neusorg, Bauernkiste, Modellhaus selbstbestimmtes Wohnen, Umzugsbörse, Nachbarschaftshilfe in Pullenreuth und Brand und das "Baxi". Wer bei den Konzepten mitarbeiten möchte, könne sich in Listen eintragen.

Häuser aufkaufen

Ein Teilnehmer regte die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft an, die Häuser aufkauft, renoviert und vermarktet. Ein solches Beispiel gebe es bereits in der näheren Umgebung. Das Unternehmen arbeite nach seinem Wissen durchaus wirtschaftlich. Weiter kam zur Sprache, dass in der Region ein Projekt für junge Erwachsene fehle. Dieser Meinung war auch ein weiterer Teilnehmer.

Er wisse, dass für junge Leute nur unbezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stünde. Laut Braun scheitere ein solches Projekt, das den Bedürfnissen junger Erwachsener entgegenkomme, an der mangelnden Beteiligung dieser Personengruppe.
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