Band 28 der Schriftenreihe Heimat - Landkreis Tirschenreuth vorgstellt
Bedeutung nicht zu unterschätzen

Autoren, Verleger, Drucker und Heimatpfleger trafen sich zusammen mit Schriftenleiter Peter Knott (links) und Landrat Wolfgang Lippert (hinten, Dritter von rechts) zur Vorstellung des 28. Bandes der Schriftenreihe "Heimat - Landkreis Tirschenreuth". Bild: ld
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24.11.2016
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"Die Katze ist aus dem Sack!", verkündet Landrat Wolfgang Lippert. Er meint den 28. Band der Schriftenreihe "Heimat - Landkreis Tirschenreuth", der den Titel "Reger, Weltkrieg und Tektonik" trägt. Zu haben ist das Werk ab sofort im Buchhandel.

(ld) In der Dorfschänke in Fuhrmannsreuth hatten sich Autoren, Bürgermeister Ludwig König, Bezirksheimatpfleger Dr. Thomas Appl, die Kreisheimatpfleger, Drucker und Verleger versammelt. Mit dem kommissarischen Schriftleiter Peter Knott blätterten sie im druckfrischen Buch.

Man sei mit der Buchvorstellung wieder einmal in den Nordwest-Territorien, meinte Knott, wo es einen (Max) Reger, die am tiefsten eingeschnittenen Täler im Landkreis, Krögnitzkatarakt, Wolfssäule und mit Mansory auch einen der besten Auto-Tuner der Welt gebe. Das Buch enthalte nur 15 Artikel, sei aber über 200 Seiten dick. Trotzdem habe man den Preis halten können. Mit Drucker Nils Wittmann habe man noch etwas "aufräumen" können, so dass das Werk mit Seite 216 endet. Knott erinnerte auch an Franz Busl, den "Ursprung des Buches", und Autor Hans Bayer.

Dem Landrat gefällt's


Der Dank des Landrats galt neben allen Beteiligten vor allem Knott für seine wertvolle Arbeit für die Schriftenreihe. Begeistert zeigte sich Lippert vom wissenschaftlichen Ansatz der Texte, die auch neue Erkenntnisse und neue Zusammenhänge enthalten. Er habe großen Gefallen daran gefunden. Bezirksheimatpfleger Tobias Appl meinte, dass man diese Bücher, die es in vielen Regionen gebe, nicht unterschätzen dürfe. Es sei ein wichtiger Beitrag zur Identitätsstiftung. Der Umgang mit dem Begriff "Heimat" sei wieder etwas schwierig geworden; das Buch sei ein Mittel dagegen. Auch Kreisheimatpfleger Robert Schön ging auf Knotts Wirken ein. Seit einem Jahr sei der Schriftenleiter in Pension und er habe ein "tolles Buch" herausgebracht. Mit seinem Dank verband Schön die Hoffnung, dass er auch weiterhin das Amt ausübt. Ebenso bewundere er alle Jahre Verleger Eckhard Bodner, den das Buch nach eigener Aussage "nicht in den Ruin treibt", "Heimat - Landkreis Tirschenreuth" mache er gerne. Die Auflage von 1000 Exemplaren sollte aber nicht mehr unterschritten werden. Bodner beklagte vor allem den Rückgang der Abnahme durch Städte und Kommunen.

Geschichte sei ein "nachwachsender Rohstoff", meinte Peter Knott, bevor er auf die einzelnen Artikel einging. Es gebe aber noch viele Rohstoffe zu sichten und zu bearbeiten, die keineswegs irgendwelche Randerscheinungen seien. Christian Malzer hat sich mit Waldsassen im Schatten der Goldenen Straße beschäftigt, Robert Schön beschreibt am Beispiel Kemnath, wie in Zeiten der Monarchie Obrigkeiten bei bestimmten Anlässen gefeiert wurden. Andreas Schwohnke hatte im letzten Band bereits das Thema "Zweiter Weltkrieg in der Gemeinde Reuth" angeschnitten, nun befasst er sich mit dessen Ende in der Gemeinde. Rainer Christoph widmet der Familie des Malers Alois Brunner einen Artikel, Bertram Nold untersucht die Beziehung Max Regers zu seinem Geburtsort.

Kemnather Halbwelt


"Von den Pforten der Hölle zum Fegefeuer" lautet der Titel von Thomas Freller. Darin berichtet er, wie das Kloster mit Mühe der Auflösung entging. In einem zweiten Artikel beschreibt Schön Kemnaths Halbwelt, und Andreas Schwohnke fragt, ob Erbendorf 1173 Hoftagsort war. Rainer Christoph berichtet von einem interessanten Tirschenreuther und nennt seinen Artikel "Des is endlich mal a Stichaner." Robert Treml hat 52 Jahre der Waldsassener Grenz-Zeitung von 1884 bis 1936 bearbeitet. Erich Schraml beschreibt das Kriegsjahr 1866 in Nordbayern. Bernhard Baron erzählt "Als Emmy Ball-Hennings 1927 die Konnersreuther Resl besuchte". Auf das Jahr 1846 blickt Schön zurück, als ein verheerender Hagelschlag in der nördlichen Oberpfalz niederging. "Auf geologischer Rolltreppe durch die Erdgeschichte" ist der Beitrag von Andreas Peterek überschrieben, in dem es um neue geologische Erkenntnisse geht. Christian Malzer kümmert sich um "Neue heimatkundliche Kultur", in der es auch um das Kloster Waldsassen geht. Mit "Vergessene Außenlager in unserem Landkreis" wendet sich Harald Fähnrich einem dunklen Kapitel der Geschichte zu.

Die Buchvorstellung begleitete die Volksmusikgruppe Brand musikalisch, wobei die Stücke des verstorbenen Volksmusikkomponisten Wolfgang Kraus auf besonderen Gefallen stießen. Der 28. Band ist für 14,90 Euro im Buchhandel erhältlich.
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