Brandheiße Anfragen
Sterit im Brander Gemeinderat

Vermischtes
Brand
14.01.2016
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Mit einem Paukenschlag endete der öffentliche Teil der jüngsten Sitzung des Brander Gemeinderats. Bürgermeister Ludwig König (CSU) und Werner Brunner gerieten lautstark aneinander. "Das war meine letzte Sitzung", schrie der Freie Wähler und knallte die Saaltüre von außen zu.

(ld/man) Eigentlich war die bis dahin harmonisch verlaufende Sitzung am Montag schon fast beendet, als König noch den Punkt "Anfragen" aufrief. Und hier meldete sich Brunner zu Wort. Er habe noch drei Punkte, das werde noch zehn Minuten dauern, vielleicht auch länger. Es wurde länger.

Zunächst sprach Brunner von "Gemauschel" im Zusammenhang mit einem Bauantrag eines Bürgers, der im Außenbereich ein Haus errichten möchte. "Wieso kann der dort bauen?", fragte Brunner. "Den Leuten stinkt das, da wohnt einer, der hat Sonderrechte! Was ist Fakt?" Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) nahm dazu Stellung. Es könne gar nicht gemauschelt werden, weil die Bauvoranfrage vom Gemeinderat öffentlich behandelt worden sei. Der Gemeinderat habe das Einvernehmen erteilt. "Für uns ist das Innenbereich." Drehobel führte mehrere bereits bestehende Häuser an, die wesentlich weiter im Außenbereich stünden, "alle vom Landratsamt genehmigt". Genehmigungsbehörde sei das Landratsamt und nicht die Gemeinde, sie stelle nur das gemeindliche Einvernehmen her.

Der Gemeinderat müsse aber schauen, dass Bauvorhaben dort, wo kein Erschließungsaufwand durch die Gemeinde notwendig sei, genehmigt würden. Man müsse überhaupt alles tun und jungen Leuten alles bieten, sonst würde man den demografischen Wandel nicht schaffen. Jedes Bauvorhaben in Brand müsse unterstützt werden. "Wo ist da Mauschelei?"

Nichts gewusst


Zum zweiten Schlag holte Werner Brunner unter der Überschrift "Volkstrauertag" aus. Brunner hatte die Jahreshauptversammlung der Soldaten- und Reservistenkameradschaft besucht und sich dort Beschwerden anhören müssen. Beim Volkstrauertag sei die Beteiligung der Kameradschaft wegen Krankheit gering gewesen, und man habe von Feierlichkeiten auch nichts gewusst, hatte Brunner erfahren.

Da verstand der Bürgermeister die Welt nicht mehr. Der Volkstrauertag sei in einer Zusammenkunft besprochen worden, bei der je zwei Vertreter der beiden Kameradschaften aus Brand und Fuhrmannsreuth anwesend waren. Sie hätten alle Unterlagen gehabt. "Wenn sie die Oberen nicht informieren, ist dies nicht Sache der Gemeinde."

Die dritte "Anfrage" betraf die Brander Feuerwehr. Hier stehe ein Bus im Gerätehaus, der wegen Strombedarfs des Funkgeräts immer an ein Ladegerät angeschlossen sein müsse. "Das alte Ladegerät ist schon lange defekt, der Kommandant hat gesagt, es ist kein Geld für ein neues da", erklärte Brunner. Sein Sohn habe deshalb sein privates Ladegerät geholt und angehängt.

"Das kann ich ja nicht wissen", meinte der Bürgermeister, "das muss mir halt gesagt werden". Da sprang Brunner auf, wurde wütend und schrie: "Du fährst doch dauernd mit dem Bus zur Beförderung von Flüchtlingen, das musst du doch wissen. Du hast deine Sachen nicht im Griff." Brunner verließ polternd den Saal und kündigte an: "Das war meine letzte Sitzung." .

Den Gemeinderäten stand der Mund noch offen, da kam Brunner noch einmal zurück, um Bürgermeister Ludwig König anzudrohen, dass es am Samstag keine Theatervorstellung geben werde, weil die Sicherheitsvorkehrungen im Saal nicht erfüllt seien. "Die Notausgänge sind verschlossen und vieles mehr." Und wieder der Vorwurf: "Du hast deine Sachen nicht im Griff."

Das war's aber nun. Diskutiert wurde im Gremium nach dem zweiten Abgang nicht mehr. Aber die Information stand plötzlich im Raum, dass ein neues Ladegerät bereits bestellt sei. Und Markus Philipp (FW), einer der Hauptdarsteller des anstehenden Theaterstücks und erfahrener Feuerwehrmann meinte: "Keine Sorge, wir spielen am Samstag. Der Saal ist sicher."

"Also, weiter", hieß die Losung im Gemeinderat. Bürgermeister Ludwig König schloss die öffentliche Sitzung und eröffnete den nichtöffentlichen Teil des Abends.

NachgefragtAm Tag nach der Gemeinderatssitzung hatten sich die Gemüter teilweise beruhigt. Bürgermeister Ludwig König kommentierte den Ausbruch Werner Brunners mit den Worten: "Ich habe das abgehakt." Er nehme Brunner sein Verhalten nicht übel: "So was kann schon mal vorkommen. Ich gehe davon aus, dass er zur nächsten Sitzung wieder kommt." Für den Kontrahenten scheint der Fall noch nicht erledigt: "Da wird die Gemeinde von mir noch eine Stellungnahme erhalten." Ob er sein Mandat niederlege, habe er noch nicht entschieden. Ausschließen könne er es augenblicklich nicht. Bei der von ihm kritisierten Bauvoranfrage habe er falsche Informationen erhalten, als das Thema von den Gemeinderäten behandelt worden sei. Und in Sachen Brandschutz im Veranstaltungssaal sei es ihm hauptsächlich um den Notausgang im Keller gegangen: "Es kann nicht sein, dass hier immer die Türen zugesperrt sind. (man)
Keine Sorge, wir spielen am Samstag. Der Saal ist sicher.Markus Philipp
Den Leuten stinkt das, da wohnt einer, der hat Sonderrechte! Was ist Fakt?Werner Brunner (FW)
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