Kirchenkonzert in Brand
Männergesangverein Max Reger brilliert

Walter Reischer sorgte an der Orgel für Gänsehaut-Momente. Bilder: gis (2)
Vermischtes
Brand
23.12.2015
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"Lebe Dein Leben und bewahre Dir die Freude". Das war die Frohbotschaft der vorweihnachtlichen Feierstunde des Männergesangvereins "Max Reger" in der Pfarrkirche. Verbunden damit war die Bitte um Frieden unter allen Völkern.

(gis) Diesen innigen Wunsch bekräftigten die Sänger gleich zu Beginn mit einem ausdrucksstarkem "Schalom chaverim" und "Jerusalem". Mit dem "Gebet der Schiffer" und dem hoffnungsvollen "Menschen, die ihr ward verloren, lebet auf, erfreuet euch" (Solist Lothar Zaus) hatte das Konzert begonnen. In den folgenden eineinhalb Stunden mit Musik und Texten von Heinz Pangels nahmen der Chor unter der Leitung von Bertram Nold, Organist Walter Reischer sowie die beiden erfahrenen Sprechern Inge Drehobel und Hans-Helmut Schindler die Hörer in der gut besetzten Pfarrkirche ein Stück weit mit auf Weihnachten zu.
Gewohnt stimmig-dynamisch, in ausgereiftem Vortrag und der jeweiligen Art des Liedguts angepasst, brachten die Sänger mal stimmgewaltig, mal einfühlsam unter anderem den "Gefangenenchor", das Wolgalied (Solist Gerald Plannerer), ein harmonisch überzeugendes "Selig sind die Verfolgung leiden" zu Gehör, wie es nur die MGVler können, ebenso sehr sinnvoll und eindrucksvoll gestaltet "Stell dir vor s'ist Weihnachtzeit".

Fragen einer Frau


Und mittenhinein die Fragen, die eine Frau in einem Flüchtlingslager, die mit dem Leben, aber sicher nicht mit mehr, davongekommen war, dem deutschen Außenminister in einem Flüchtlingslager stellte: "Wo ist Gott? Hat uns die Welt vergessen?" Frank-Walter Steinmeiers Antwort: "Als Christenmenschen tragen wir Verantwortung für unser Handeln und für unser Nichthandeln, verbunden mit dem festen Glauben an die Möglichkeit eines sinnvollen Lebens für alle Menschen, an die Zukunft dieser Welt Gottes".

Mit einem wohl akzentuiertem "Ave Maria" grüßten die Sänger dann die Mutter Gottes, begleiteten "Maria durch den Dornwald", priesen die Schöpfung leise, einfühlsam und stimmig und klangvoll mit "My Lord, what a morning" (Solist Rudi Ernstberger), dem zum Schluss ein fast geflüstertes "Heast as net, wie d'Zeit vergeht" folgte. Für Gänsehautmomente dazwischen hatte Walter Reischer mit überlegt ausgewählten Orgelstücken gesorgt, wobei er sich für die neue romantische Orgel in Brand auf Komponisten dieser Epoche beschränkte, von denen sich jenes von Max Reger - ein Präludium in e-moll - einmal mehr durch einen hohen Schwierigkeitsgrad deutlich abhob. Doch Walter Reischer meisterte auch dieses zum Einzug mit Bravour, bewies absolute Sicherheit trotz großer Dichte, die sich aus der sehr komplexen Chromatik ergibt und vergaß auch nicht die Schweller zur optimalen dynamischen Gestaltung zu bedienen.

Ebenso von gefühlvollem Orgelspiel begleitet eine Meditation, die geprägt war von innigem Gottvertrauen und dem Versprechen: "Ich behüte Dich, ich, der ewige Gott, bin ewig bei Dir." Nach dem Schlusswort des MGV-Vorsitzendem Hans Scherm dann der traditionell gesungene russische Segensspruch "Mno gaja léta". Mit dem Segen von Pater Joy endete das Konzert, wie immer mit dem anheimelnd-sehnsüchtigen und stimmungsvollen Versprechen des Männerchors: "Weihnachten, Weihnachten, bin ich zu Haus - wenn auch nur im Traum ..." Auf dem Kirchplatz hatten die Besucher danach Gelegenheit, bei einem Glas Glühwein, das eben Gehörte und Erlebte nachwirken zu lassen.
Als Christenmenschen tragen wir Verantwortung für unser Handeln und für unser Nichthandeln, verbunden mit dem festen Glauben an die Möglichkeit eines sinnvollen Lebens für alle Menschen.Frank-Walter Steinmeier
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