Reger-Jahr 2016
Abschluss mit einem überwältigendem Gottesdienst

Bezirkskantor Reinhold Schelter begleitete die Mezzosopranistin Kirsten Obelgönner an der Orgel
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20.03.2017
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(ld) Das Reger-Jahr ist zu Ende. Begonnen hatte es am 100. Todestag des Komponisten, am 144. Geburtstag setzte nun ein Gottesdienst mit Stehempfang den Schlusspunkt. Die evangelische Kantorei Sankt Veit aus Wunsiedel hatte auf der Empore Platz genommen. Unter der Leitung von Bezirkskantor Reinhold Schelter standen zwei Chorsätze aus "Zwanzig Responsorien" und ein "Agnus Dei" aus "Acht geistlichen Gesängen", opus 138, auf dem Programm.

Hohe Anforderungen


Vor allem dieser fünfstimmige Satz stellte an die etwa 40 Sänger hohe Anforderungen. Verstärkt verarbeitete Chromatik, verbunden mit differenzierter Dynamik will intensiv geprobt sein; für einen jahrzehntelang eingesungenen Chor kein Problem, zumal die Pianissimo-Stellen präzise und homogen gesungen wurden und so bei den Zuhörern besondere Wirkung erzeugten. Wohlüberlegt hatte Reinhold Schelter die Orgel registriert, so dass das Eingangsstück "Jesu Leben, Pein und Tod" die Stimmung der Fastenzeit aufnahm.

Der häufige und wohldosierte Einsatz der beiden Schweller half, die Ausdruckskraft der Stücke zu verstärken. Untermalend, mittragend, begleitend und führend gelang die Begleitung der Solistin, Kirsten Obelgönner aus Bayreuth. Die Gesänge, "Meine Seele ist still zu Gott" und "Ich sehe dich in tausend Bildern" interpretierte die Mezzosopranistin mit ihrer warmen, ausdrucksstarken und relativ voluminösen Stimme sehr emotional und beeindruckte damit die Gottesdienstbesucher tief.

Erinnerte die Registrierung der Orgel, und auch durch die gleichförmige Begleitung in der rechten Hand, bei "Des Kindes Gebet" etwas an eine Spieluhr, ging das Lied "Schönster Herr Jesu" - jener Lobgesang von Sonne und Mond auf den Schöpfer - gerade wegen einfacher Melodieführung unter die Haut. Der eher chromatisch angelegte Satz "Maria am Rosenstrauch" beendete den Liederblock während der Kommunion.

Langer Applaus


Zum Abschluss gab es Reger mit all seinen Differenzen und Facetten. Als Könner an der Orgel interpretierte Reinhold Schelter die "Toccata" aus Opus 59, glitt mühelos über jene schnellen, dissonanten und komplexen Akkorde, meisterte schnelle, auch mit Chromatik gespickte Läufe mühelos, wechselte gezielt in der Registrierung und ließ so das Spiegelbild Regers gespaltener Persönlichkeit vor den Augen der Besucher entstehen: sensibel und überempfindlich hier und deftig und kräftig dort.

Pater Joy zeigte sich in seinem Dankeswort überwältigt. Mit langem Applaus schlossen sich die Gottesdienstbesucher an.
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