Tropfende Mützen und aufgeweichte Gebetsheftchen
Nasse Fußwallfahrt nach Marienweiher

19 Wallfahrer ließen sich vom Regen nicht abhalten
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Brand
22.09.2016
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Wallfahrer sind hart im Nehmen. Dauerregen machte den Weg nach Marienweiher zu einer unangenehmen Angelegenheit. Bild: ld

Dauerregen begleitete die 35. Fußwallfahrt nach Marienweiher. 19 hartgesottene Gläubige ließen sich von den widrigen Umständen nicht abhalten.

(ld) Manches Mal ist eben alles anders. Bei der 35. Fußwallfahrt der Pfarrei war es heuer ganz anders. Hitze noch am Vortag, Regen dann am Morgen. Einige wenige Gläubige ließen sich aber nicht hindern und versammelten sich - ausgerüstet mit Schirm, Umhang, Regenhose und einem Rucksack mit Wechselkleidung - um 6 Uhr früh an der Kirche, um sich pünktlich zum Morgenläuten auf den Weg zu machen.

Zunächst fünf Mann


Fünf Mann stark war das Grüppchen, das den ersten Berg nach Oberölbühl erklomm. Stets dabei Rudi Ernstberger mit dem Feuerwehrbus aus Fuhrmannsreuth in zweifacher Funktion; zum einen ist der Bus ein Transportmittel, zum anderen ist seine blaue Rundumleuchte ein Hinweis für Autofahrer, wenn es darum geht, eine Straße zu überqueren.


Sicherheit für die Wallfahrer ist auch die Aufgabe von Lothar Zaus, der, mit Warnweste und Funkgerät ausgestattet, Kontakt zum Bus hält und die Fußwallfahrer sicher eskortiert. Auf dem ersten Streckenabschnitt war dies jedoch nicht möglich.
Mangels starker Männer musste er erst einmal als Kreuzträger fungieren, bis ihn in Oberölbühl Johannes Preis ablöste. Preis reist stets aus Bad Abbach an, um an der Fußwallfahrt teilzunehmen. Im Wechsel mit Wolfgang Heider wurde das keineswegs leichte Wallfahrerkreuz dann mit auf die 38 Kilometer nach Marienweiher getragen.


Nach dem Wallfahrersegen durch Pater Joy und mittlerweile auf zwölf Teilnehmer angewachsen, ging die Gruppe weiter in Richtung Fichtelsee. Fast schon eine Qual, wenn der Regen von der Mütze ins Gesicht tropft, der Schirm zwar vor Nässe schützt, das ablaufende Wasser aber dann doch wieder beim Laufen stört. Die Füße sollten trocken bleiben und die "dampfige" Luft machte manchem zu schaffen. Neben dem Beten allerhand Aufgaben, die bei unaufhörlichem Regen zu bewältigen sind.

Lautsprecher gibt Geist auf


An das Lesen von Texten, die stets eine willkommene Abwechslung zwischen den Rosenkränzen sind, war nicht zu denken. Jedes Öffnen bescherte umgehend ein Blatt mit schwarzen Flecken. Die Druckerschwärze ist eben nicht wasserfest. Und da blieben auch die Wallfahrerheftchen in der Tasche, denn kaum waren sie geöffnet, verwandelten sie sich in nasse Klumpen. Also ließ man es. Am Fichtelsee vergrößerte sich die Gruppe auf 19 Köpfe, und da hatte schon der Lautsprecher dem Wetter nicht standgehalten und seinen Dienst quittiert. Außer einem lauten Schnarren war ihm nichts mehr zu entlocken. Der Vorbeter musste sich deshalb ganz schön ins Zeug legen.

Vom Regen in die Traufe


Bei derart schlechtem Wetter wird selbst die Brotzeit zum Problem, wenn man kein Plätzchen findet, wo man im Trocknen sitzen kann. Unter einem großen Laubbaum kam die Gruppe vom Regen in die Traufe. An Aufgeben dachte aber niemand, und nach einer weiteren schwierigen Phase war gegen Mittag Streitau erreicht. Im dortigen Sportheim hatten die Verantwortlichen den Zustand der Wallfahrer vorausgeahnt und den Gastraum vorsichtshalber wohlig warm beheizt.

Niemand musste frieren und der Leberkäs schmeckte nach einer solchen Tortur hervorragend. Nun noch eineinhalb Stunden und drei große Berge, dann waren die Türme von Marienweiher sichtbar und die Wallfahrer heilfroh, dass sie alle ihr Ziel erreicht hatten. Eine Stunde Pause, Gottesdienst und dann mit dem Bus nach Hause!
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