Beschlüsse nur auf der Basis von Fakten
Thema im Gemeinderat

Wirtschaft
Brand
17.09.2016
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Die "Monstertrasse" schwebt wie das sprichwörtliche Damoklesschwert über der Region. Auch in Brand will niemand die Mega-Leitungen haben. Doch einen substanziellen Beschluss wollte oder konnte der Gemeinderat nicht fassen. Der einfache Grund: Es fehlen Fakten.

(ld) Nein, niemand will die Monstertrasse, auch nicht der Gemeinderat von Brand. Doch wenn er einen Beschluss fassen soll, dann will er es auf der Basis von Fakten und nicht von "Unterstellungen" tun. Das sei aber aufgrund der vorliegenden Angaben nicht möglich. "Mit dem, was wir hier vorliegen haben, kann man gar nichts beschließen", meinte zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) und sprach die Formulierungen im Beschlussvorschlag in der Sitzungsvorlage an. Die Stellungnahme der Gemeinde zur Vorbereitung auf die zu erwartende Trassenplanung war gefragt. Als Anlage war ein vom "Aktionsbündnis gegen Süd-Ost-Trasse" erstelltes Papier mit der Überschrift "Zusammenfassung der Fakten zur geplanten HGO-Leitung im Korridor D (Süd-Ost-Trasse), (Stand: 11.12.2014)" beigefügt.

Einzelheiten im Herbst


Für Herbst ist laut Tobias Reiß die Vorstellung von 1000 Meter breiten Trassenkorridoren durch Tennet zu erwarten. Da die gerade Verbindung der Endpunkte des sogenannten Süd-Ost-Links mitten durch den Landkreis Tirschenreuth führen würde (und aufgrund der Erdverkabelung eine möglichst geradlinige Trasse gewählt werden soll, etwa im Bereich östlicher Teil Gemeindegebiet Pullenreuth und westlicher Teil Stadtgebiet Waldeshof und dann weiter nach Süden), ist auch für die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg die Gefahr relativ hoch, dass es Brand, Ebnath und Neusorg treffen könnte.

Bürgermeister Ludwig König (CSU) ergänzte, dass die Bürgerinitiative "Steinwald sagt NEIN zur Monstertrasse" am Mittwoch, 21. September, um 19 Uhr im Schützenheim von Pullenreuth eine Bürgerversammlung für die Verwaltungsgemeinschaft abhalten will. Am Donnerstag, 22. September, folgt um 19 Uhr eine deckungsgleiche Veranstaltung Am Donnerstag, 22. September, folgt um 19 Uhr eine Bürgerversammlung in der Aula der Jobst-vom-Brandt-Schule in Waldershof.

Die dort gesammelten Gedanken und Bedenken sollen dann über die Kommunen an die Bürgerbeteiligungsstelle des Süd-Ost-Links geschickt werden. "Jeder muss sich dem Allgemeinwohl unterordnen. Es steht ja noch gar nichts fest, und da sollen wir über weitgehende Aussagen Beschlüsse fassen," wunderte sich Drehobel. Man brauche dazu doch Hintergrundwissen.

"Zu dumm dafür"


Der zweite Bürgermeister zitierte aus dem Beschlussvorschlag in der Sitzungsvorlage: "Bezüglich eines zu erstellenden Umweltberichts wird schon jetzt gefordert, dass auf jeden Fall bei den die Menschen schützenden Werten von Vorsorgewerten ausgegangen werden muss und nicht nur derzeit als sicher erkannte Gefährdungen als Grundlage genommen werden dürfen." "So was soll ich beschließen? Ich fühle mich zu dumm dafür." Auch andere Gemeinderäte wollten aufgrund der Faktenlage keinen Beschluss fassen und einen solchen erst einmal vertagen.
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