Abwasserzweckverband Sulzbachtal legt Haushalt fest
Teure Trockenheit

Die lange Trockenheit im vergangenen Jahr machte auch der Kläranlage in Nittenau zu schaffen. Wegen des fehlenden Regens stieg die Schmutzkonzentration im Abwasser. Archivbild: Götz
Politik
Bruck in der Oberpfalz
27.02.2016
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Die lange Trockenheit im vergangenen Jahr machte auch der Verbandskläranlage Nittenau zu schaffen. Die Stickstoffwerte waren nur mit hohem Aufwand einzuhalten, berichtete Geschäftsführer Josef Fellner am Donnerstag den Verbandsräten aus Nittenau, Bruck und Bodenwöhr.

Nittenau. Fehlendes Regenwasser in den Kanälen ließ die Schmutzkonzentration im Zulauf zur Anlage steigen. Mit verstärkter Sauerstoffversorgung in den Klärbecken hielten die Klärwärter dagegen. Das habe den Stromverbrauch und damit die Betriebskosten um rund zwei Prozent nach oben geschraubt, erläuterte Fellner bei der Sitzung des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung im Sulzbachtal am Donnerstagabend im Rathaus in Bruck. Die Grenzwerte im gereinigten Wasser konnten noch eingehalten werden.

Ausbau wird kommen


Die Reinigungsleistung der Anlage lag übers Jahr gesehen in der Norm. Früher oder später, so Fellner, werde der Zweckverband um den Bau eines weiteren Belebungsbeckens nicht herum kommen. Das mit Klärgas betriebene Blockheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage der Kläranlage erzeugten rund 66 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Der Ölverbrauch sank deutlich von 21 900 auf 17 800 Liter. Die Kläranlage unterzog sich 2015 einem bayernweiten Vergleich. Im Ergebnis lag die vor knapp 40 Jahren gebaute Anlage im oberen Drittel. Handlungsbedarf bestehe in den kommenden Jahren dennoch, erläuterte Fellner, der dem Kläranlagenteam für die geleistete Arbeit dankte.

Verbandsvorsitzender Bürgermeister Karl Bley (Nittenau) und Kämmerer Jakob Rester legten den Räten die vorläufige Jahresrechnung 2015 vor. Die Ausgaben lagen unter den Ansätzen, was zum Stichtag ein Guthaben sowohl bei den Betriebs- als auch Investitionsumlagen der drei Gemeinden ergab. Diese Umlagen sorgten für einen kurzen Disput zwischen dritter Bürgermeisterin Inge Gleixner (Bruck) und Bley. Die Marktgemeinde hatte sich mit einem in relativ scharf gehaltenen Ton an den Verband gewandt, weil man mit der Abrechnungsmodalität nicht einverstanden sei.

Bley und Rester stellten klar, dass diese vom Verband nach einem Vermerk des kommunalen Prüfungsverbands vor Jahren beschlossen wurde. Letztlich ging es um ein Guthaben zum Stichtag von 103 000 Euro für Bruck - Geld, das aber noch ausgegeben werden muss, weil Rechnungen erst nach dem Jahreswechsel eintrafen. Die genaue Abrechnung erfolgt deshalb im Haushalt 2017. Die Jahresrechnung wurde schließlich einstimmig gebilligt.

Größere Investitionen


Die Betriebskostenumlagen liegen nach dem festgelegten Schlüssel für das laufende Jahr für Nittenau bei knapp 359 000 Euro, für Bruck bei knapp 178 000 und für Bodenwöhr bei gut 184 000 Euro. Für Investitionen werden für die Stadt 272 000 Euro fällig, für Bruck und Bodenwöhr jeweils knapp 134 000 Euro. Der Haushalt der Verbandskläranlage umfasst im Verwaltungsteil (laufendes Geschäft) 1,157 Millionen Euro, im Vermögensetat (in erster Linie Investitionen) 721 000 Euro. Der Etat wurde einstimmig gebilligt. Die größeren Investitionen stellte Fellner vor. 165 000 Euro sollen in diesem Jahr in eine neue Heizanlage in der Kläranlage gesteckt werden. Gut 100 000 Euro werden für die neue Schaltanlage des Schneckenhebewerks fällig, rund 75 000 Euro für neue Tauchwände in den Regenüberläufen in Bruck.

Sammler wird teuer


Ein Millionenprojekt steht dem Zweckverband noch ins Haus: Die Sanierung des Hauptsammlers in Bodenwöhr. Der Kanal verläuft zum Teil im Hammersee, was eine Sanierung aufwendig macht. Die Hoffnung, dass der See im Zuge der Blaualgen-Bekämpfung abgelassen wird und dann der Sammler neu verlegt werden könnte, begrub Bodenwöhrs Bürgermeister Richard Stabl: "Das ist im Konzept nicht vorgesehen."

Das Büro Völker hat mehrere Sanierungsvarianten durchkalkuliert, die Kosten werden bei rund einer Million Euro liegen. Favorisiert wird nach bisherigem Stand, den Kanal auf möglichst langen Strecken am Ufer und nicht mehr durch den See zu verlegen. Dazu seien aber auch noch Grundstücksfragen zu klären, erläuterte der Verbandsvorsitzende.
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