Aufstellungsversammlung der Grünen
Winklmann will in den Bundestag

Tina Winklmann (Zweite von rechts) steigt für die Grünen in den Ring um die Sitze im Bundestag. Ihr gratulierten (von links) die Bezirksvorsitzende Margit Kunc, vom Kreisverband Schwandorf Elisabeth Bauer (Schwandorf) und Kreisvorsitzender Michael Doblinger (Cham). Bild: sir

Die Grünen des Wahlkreises Schwandorf/Cham schicken Tina Winklmann ins Rennen um einen Sitz im Bundestag. Das Votum der Ortsverbände bei der Aufstellungsversammlung fiel einstimmig.

Von den eigentlich 101 Stimmberechtigten kamen nur 17. Eingefunden hatte sich auch Bezirksvorsitzende Margit Kunc. Für die 2017 stattfindenden Bundestagswahlen seien laut Stadträtin Elisabeth Bauer bereits seit Ende Juni die Aufstellungsversammlungen möglich. Tina Winklmann hatte bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Kandidatur signalisiert. Bei der Versammlung im Gasthof "Bergerwirt" waren weitere Kandidaturen möglich, die aber nicht erfolgt waren.

Rudolf Sommer, Kreis- und Marktrat, sagte, dass Bruck schon öfter die Ehre gehabt habe, Aufstellungsversammlungen auszurichten. Der Wahlkreis Schwandorf/Cham verfüge über eine sogenannte Scharnierfunktion, liege die Marktgemeinde doch im ehemaligen Landkreis Roding. Sommer erinnerte an die Republikaner, die gerade in Bruck große Erfolge verbuchen konnten. Sogar einen republikanischen Marktrat habe es gegeben. Jetzt sei man wieder in einer Zeit, wo die Rechtspopulisten einen Aufschwung erleben.

Kritik an Energiekonzernen


Kritik übte Sommer an der CSU, die die Rechten mit ihren Aussagen stärker gemacht habe. "Wir sind die einzige Partei, die sich mit ihren Aussagen ganz klar abgrenzt von der CSU rechts außen und der AFD. Das Ziel sollte der Frieden sein." Dieser Friede hänge auffallend oft vom Öl ab. "Und hier sind wir bei der Energiepolitik", erklärte Sommer. Die beste Friedenspolitik sei eine gute Klimapolitik. Das sei ein globales Problem - und nicht ein Burkini oder eine Hautfarbe. Sommer übte Kritik an den Energiekonzernen und setzt darauf, sich weitgehend unabhängig von ihnen zu machen.

Michael Doblinger, Kreisvorsitzender aus Cham, erklärte, dass die Grünen eine Generation lang schon Kandidaten stellen - und jedes Mal seien es Männer gewesen. Jetzt also eine Frau. Man brauche eine Persönlichkeit, die zeitgemäß sei. "Ein Wahlprogramm liest ja leider niemand mehr, sonst würde bei den Wahlen etwas anderes herauskommen", sagte Doblinger.

"Ich würde mich freuen und es wäre mir eine Ehre, für uns Grüne als Direktkandidatin im Wahlkreis Schwandorf/Cham anzutreten", erklärte Tina Winklmann bei ihrer Bewerbungsrede. Sie sei 36 Jahre alt, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wernberg-Köblitz aufgewachsen und wohnt mittlerweile in Wackersdorf. Seit ihrem 16. Lebensjahr ist sie Mitglied bei den Grünen. Seit 2014 gehört sie dem Kreisvorstand an, zuerst als Beisitzerin, dann als Schriftführerin und seit 2016 als Vorsitzende. Sie setze auf eine nachhaltige Landwirtschaft, ist gegen Massentierhaltung und Monokulturen. "Unser Zeitalter ist geprägt von modernster Technik, also sollten wir mit dem Blick voraus alles für die Energiewende tun", so Winklmann. Dazu gehöre auch das "Fördern von regenerativen Energien und von Ideen zur Speicherung von regenerativer Energie. Das muss das Ziel sein."

Integration leben


Ein wichtiges Thema sei das Miteinander. "Ein Mensch, der sich nicht weiterentwickelt und nicht über den Tellerrand blickt, lebt nur ein halbes Leben." Integration soll gelebt werden, weg vom Schubladendenken, wenn es um Herkunft, Religion, Geschlecht und Sexualität gehe. Bei all diesen Punkten gebe es noch viel zu bewegen und zu ändern, deshalb müsse eine neue Regierung her, die sich dieser und vieler weiterer Themen annehme. "Eine Bundespolitik für alle machen muss das Ziel sein für Mensch, Tier und Umwelt, eine Politik der Verantwortung, der Würde und Ehrlichkeit." Bei der anschließenden Wahl entfiel das Votum einmütig für Tina Winklmann.
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