Flaschenwurf gegen Flüchtlingsheim
Pärchen beobachtet dunkelgekleideten Mann am Tatort

Symbolbild: dpa
Politik
Bruck in der Oberpfalz
08.02.2016
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(doz/ch) Die Ermittlungen wegen der Angriffe auf das Brucker Flüchtlingsheim laufen auf Hochtouren. Unbekannte hatten am Sonntag gegen 0.20 Uhr eine leere Flasche gegen den Rollo einer Asylbewerberunterkunft geworfen. Fest steht indes, dass es sich um eine klar fremdenfeindliche Tat handelt. Laut Stefan Hartl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, standen auf am Tatort gefundenen Zetteln Parolen, die gegen Asylbewerber zielten. Den genauen Wortlaut wollte er nicht preisgeben.

Zweiter Bürgermeister Robert Feuerer (CSU), der momentan den erkrankten Hans Frankl (FW) vertritt, zeigte sich erschüttert. In der Marktgemeinde habe es bislang keine Anzeichen für fremdenfeindliche Aktionen oder gar entsprechende Vorfälle gegeben. Feuerer, hauptberuflich Polizeibeamter, betonte, dass es in Bruck auch keine "rechtsradikale Szene" gebe. In der Marktgemeinde sind rund 130 Asylbewerber dezentral untergebracht. Der Helferkreis leiste "ganz hervorragende Arbeit", sagte der zweite Bürgermeister.

Noch am Sonntag meldete sich ein Pärchen bei der Kripo Amberg, das sich zur Tatzeit in der Nähe des betroffenen Gebäudes in der "Unteren Bachgasse" aufhielt, und nach dem die Beamten gesucht hatten. Die beiden aus dem Landkreis Schwandorf berichteten, dass ein dunkelgekleideter, etwa 1,75 Meter großer Mann 50 Meter vor ihnen hastig Richtung Marktplatz gegangen sei. Ob der Mann vermummt war, lässt sich laut Hartl schwer sagen. Er könne sowohl eine Kapuze aufgehabt haben, als auch lediglich schwarze Haare.

Der Pressesprecher erklärte: "Wir wissen nicht, ob der Mann etwas mit der Tat zu tun hat." Die Kripo bittet ihn, sich als Zeuge unter Telefon 09621/890-0 zu melden. In der Asylbewerberunterkunft sind laut Hartl neun erwachsene Männer und Frauen untergebracht - aus Syrien, Albanien und eine Person aus dem Kosovo. Die ins Leben gerufene Ermittlungsgruppe "07.02" befragte am Montag Anwohner. Die Spurensicherung ist bereits abgeschlossen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag war es in Hirschau zu einem weiteren Vorfall gekommen. Unbekannte hatten eine mit Flüssigkeit gefüllte Flasche durch ein Fenster eines Flüchtlingsheims geworfen. (Seite 3 )
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