Knappe Entscheidung im Marktrat zu Netto-Neubau
Umzug auf die grüne Wiese

Auf dieser Fläche an der Nittenauer Straße soll der neue Netto-Markt entstehen. Nicht wenige Räte stehen diesem Projekt mehr als skeptisch gegenüber, was sich im knappen Abstimmungsergebnis niederschlug. Bild: sir
Politik
Bruck in der Oberpfalz
06.04.2016
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Soll ein neuer Nettomarkt an der Nittenauer Straße entstehen? Im Marktrat stießen am Dienstag die Meinungen aufeinander. Die Entscheidung fiel am Ende denkbar knapp.

Die Ratisbona Holding GmbH & Co. mit Sitz in Regensburg hatte im Auftrag der Netto AG die entsprechenden Anträge zum Flächennutzungsplan und für einen Bebauungsplan auf dem Grundstück gestellt. Der in unmittelbarer Nähe liegende, bestehende Netto-Markt dorthin verlagert werden. Der neue Netto-Markt soll mit entsprechender Parkplatzanlage in der Baulücke zwischen dem Anwesen Nittenauer Str. 38 und dem bestehenden Markt gebaut werden. Rund 6300 Quadratmeter Grund würden gebraucht, die beiden ins Auge gefassten Flurstücke seien als Mischgebiet ausgewiesen, erläuterte Bürgermeister Hans Frankl. Die Wasserversorgung ist gesichert, ein Abwasserkanal müsste gebaut werden.

Nachnutzung nicht geregelt


Robert Feuerer (CSU) erinnerte daran, dass Netto keine Möglichkeit sehe, den bestehenden Markt heutigen Standards anzupassen. Man sei sich der Verantwortung bewusst und habe daher mehrheitlich den Beschluss gefasst, den Netto-Markt in Bruck halten zu wollen. "Eine Nutzung des bisherigen Marktes wird auch in unserem Sinne möglich sein", sagte Feuerer. Auch in anderen Kommunen wie in Nittenau sei dies auf den Weg gebracht worden. Inge Gleixner (SPD) schloss sich den Worten ihres Vorredners an und ergänzte, im Sinne der Brucker Bürger entschieden zu haben.

Anton Hartl (FWG) hielt dagegen. Grundsätzlich sei man für die Erhaltung des Netto-Marktes. Doch die Weiterverwendung des bestehenden Marktes sei nicht geregelt. Im hinteren Bereich der dortigen Grundstücke könne es Probleme geben. Daher bleiben die Freien Wähler bei ihrer Ablehnung. Rudolf Sommer (B' 90/Die Grünen) sagte, dass es für Bruck keine Katastrophe wäre, wenn "Netto" weggehe. "Täglich werden in Bayern 17 Hektar Fläche versiegelt", sagte Sommer, auch durch Projekte wie das vorliegende. Zudem sei während des Wahlkampfes von CSU und SPD die Stärkung des Ortskerns propagiert worden, jetzt genau passiere genau das Gegenteil. "Deshalb lehnen wir diese Entwicklung ab."

Dies wollte Inge Gleixner nicht auf sich sitzen lassen. "Wir haben uns bemüht, im Ortskern anzusiedeln." Ein ausreichend großes Gebäude oder Grundstück stehe dort nicht zur Verfügung. Zudem sei nicht gesagt, dass das schon abgehakt sei. Sommer betonte: "Wir sollen uns nicht erpressen lassen, entweder behält er seinen alten Netto-Markt oder er soll es bleiben lassen."

"Wollen, dass Markt bleibt"


Feuerer entgegnete, dass seit 20 Jahren in Bruck der Netto-Markt bestehe, es handle sich somit um keine Neuansiedlung. "Wir wollen, dass er bleibt." Die Aufgabe des Marktrates sei es nun, Baurecht zu schaffen. "Wenn nicht, geht der Netto-Markt weg und der Marktkern ist auch nicht gestärkt. Die Leute fahren nach Nittenau, ökologisch sinnvoll ist das auch nicht." Sommer entgegnete, dass man jetzt die Weichen stellen müsse. Es sollten in Bruck andere, kleinere Läden entstehen, was sich herumsprechen würde.

Bürgermeister Hans Frankl nannte dies "kühnste Visionen". Die Situation der dahinter liegenden Grundstücke bereite auch ihm "Bauchschmerzen". Sommer regte an, Ansiedlungswillige im Ortskern zu fördern. Schließlich ging es an die Abstimmung: Mit einem Stimmverhältnis von 9 zu 7 wurde dem Antrag der Firma Ratisbona entsprochen. Joachim Hanisch (FW) fehlte entschuldigt.
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