Loblied auf Flüchtlings-Helfer
Grünen-MdB Uwe Kekeritz informiert sich vor Ort

Politik
Bruck in der Oberpfalz
04.02.2016
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Die Grünen im Landkreis Schwandorf lassen sich das Thema Flüchtlinge angelegen sein. In Bruck beispielsweise ist der kleine Ortsverband praktisch vollständig in die ehrenamtliche Hilfe eingebunden. Geistige Schützenhilfe gab es nun von einem Experten aus Berlin.

Schwandorf/Bruck. Uwe Kekeritz heißt der Mann, er ist Bundestagsabgeordneter der Grünen und im Parlament unter anderem Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der 62-Jährige nahm sich am Mittwoch viel Zeit, die Lage vor Ort, also in dem 4400 Einwohner zählenden Markt Bruck, zu studieren. Wie er von Manfred Pfauntsch erfuhr, sind derzeit um die 130 Asylbewerber in der Gemeinde ansässig.

Kleider und anderes Zubehör gibt es für die Flüchtlinge, aber auch für soziale Schwache in der Kleiderkammer "Stöberkiste Kunterbunt" neben der Ägidiuskirche, die jeden Mittwochnachmittag für einige Stunden auf hat. Für Uwe Kekeritz war die Kleiderkammer die erste Anlaufstelle seiner Bruck-Visite. Er lernte dort Rosemarie und Georg Mehltretter kennen, die guten Geister der Einrichtung, die ursprünglich von der Ukrainehilfe eingerichtet wurde, und von zehn ehrenamtlich Tätigen, praktisch ausschließlich Frauen, betreut wird.

An der Grenze


Bei einer Aussprache zeigte sich, dass die Arbeit des Helferkreises, den es seit über einem Jahr gibt, recht aufwendig ist. "Recht viel mehr können wir nicht mehr leisten", versicherte Birgit Sperl, eine Sprachpatin.

Wichtig ist den Helfern der persönliche Kontakt mit den Flüchtlingen. So wurde Kekeritz auch zu einer Familie geführt, die nicht weit weg von der Kleiderkammer wohnt. Dort durfte er bei arabischem Kaffee die (Leidens)Geschichte dieser Familie anhören, denen einen Tochter bereits gestorben ist, weil ihr Herzleiden auf der Flucht nicht früh genug behandelt werden konnte. Der Abgeordnete versprach, in einer aktuellen Zwangssituation der Familie beratend zur Seite zu stehen.

Im Gasthaus "Weißes Rössl" erlebte der grüne Politiker im Anschluss daran eine Sitzung des Helferkreises, an der erstmals auch zahlreiche Flüchtlinge teilnahmen. "Sie sollten öfter kommen", wünschte sich Pfauntsch, "denn hier können sie auch gleich ihre Probleme einbringen".

In seinem Vortrag zu den Gründen für die aktuelle Fluchtbewegung deutete Kekeritz auf das internationale Kapital, das für schlechte Lebensbedingungen in den Herkunftsländern mitverantwortlich sei. Er war sich sicher, dass man von Deutschland aus, politischen Willen vorausgesetzt, global einiges zum Positiven verändern könnte. Ein dickes Kompliment hatte er für die ehrenamtlichen Helfer parat: "Ohne sie wäre die Republik in der Flüchtlingskrise untergegangen."
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