Auch Kinder helfen mit
Kräuterbuschen für „Frauentag“

Beim Kräuterbuschen binden hatten alle Beteiligten viel Spaß. Die Kinder fragten neugierig nach den einzelnen Pflanzen, die Älteren gaben gerne Auskunft. Bild: mos

Mariä Himmelfahrt, das ist im Volksmund der "große Frauentag". Beim GOV Sollbach halfen aber nicht nur Damen mit, die Kräuterbuschen zu binden, die dann in den Gottesdiensten gesegnet wurden.

Der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein (GOV) Sollbach hatte am Samstag das Kräuterbuschen-Binden organisiert, und auch die Kinder waren dabei. Mariä Himmelfahrt ist der Auftakt zur wichtigsten Kräuter-Sammelzeit des Jahres. Wellness-Produkte aus dem Urwald, Kristallsalz aus dem Himalaya oder Aloe aus Südamerika: Unnötig, waren sich die Damen einig, wenn man die heilbringenden Pflanzen vor der Haustür kennt. In Gegenden mit einer überwiegend katholischen Bevölkerung ist es seit dem 10. Jahrhundert Tradition, den Feiertag am 15. August zu feiern und dafür Kräuterbuschen zu binden.

Die Zusammenstellung der Sträuße ist je nach Region sehr unterschiedlich, was die Art der verwendeten Kräuter betrifft. Die Anzahl richtet sich nach "heiligen" Zahlen wie 7, 12, 24, 72 oder 99 verschiedenen Kräutern. Zu den sieben Haupt-Kräutern zählen Kamille, Wermut, Johanniskraut, Königskerze, Spitzwegerich, Salbei und Arnika. Nach der kirchlichen Segnung sollen die Buschen mit ihrer Heilkraft in Haus und Stall vor Krankheit, Gewitter und anderen Katastrophen schützen.

In den Raunächten, zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König, werden die Kräuter gerne zum Räuchern verwendet, und spätestens zum nächsten 15. August wird der Strauß im Feuer verbrannt. Die Kräutersegnungen fanden am Montag in Gottesdiensten der Pfarrei statt.
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