Vortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Informieren und vorsorgen

Werner Chwatal referierte umfassend über Betreuungsvollmacht und -verfügung sowie die Patientenverfügung. Bild: sir

Die PSAG-Vortragsreihe "Altwerden ohne Angst" setzte sich in Bruck fort. Dieses Mal ging es um die Themen "Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung - gut versorgt durch rechtzeitige Vorsorge". Als Veranstalter fungiert die PsychoSoziale Arbeits-Gemeinschaft Schwandorf (PSAG).

Rita Sebald von der PSAG informierte im Meisl-Saal. Dipl.-Rechtspfleger Werner Chwatal erwies sich als überaus kompetenter Gesprächspartner. Einen breiten Raum nahm die Vorsorgevollmacht ein. Chwatal erklärte, dass Vertrauen das Wichtigste bei der Erteilung solch einer Vollmacht sei. Klar wurde auch, dass ohne eine Vorsorgevollmacht eine Patientenverfügung nichts wert sei.

Antrag stellen


Seit 1992 gebe es das Betreuungsgesetz, so Chwatal. Durch die Einführung sei die sogenannte Entmündigung für Volljährige weggefallen. Der Gesetzgeber habe befunden, dass dies ein zu schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte sei. Dem Betroffenen werde daher ein Betreuer zur Seite gestellt und bleibe dabei voll geschäftsfähig.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass "einem ein Betreuer vor die Nase gesetzt wird", gelte, dass ein privater Betreuer Vorrang vor einem Berufsbetreuer habe. Antragsberechtigt sei nur der Betroffene selbst. Zu einer Anregungs-Berechtigung sei jeder befugt. In der Regel seien dies nähere Angehörige, aber auch der Arzt, der Apotheker, der Pfarrer. Wenn eine Anregung vorliege, müsse das Gericht ihr nachgehen, betonte Chwatal. Der Richter müsse sich selber ein Bild von der Person machen. Eingeschaltet werde dann die Betreuungsbehörde. Der Richter schalte gegebenenfalls einen Gutachter ein, der feststellt, ob und in welchem Umfang eine Betreuung nötig sei. Neben einer allumfassenden Betreuungsvorsorge könne auch Betreuung für Teilbereiche beantragt werden, für gewisse Rechtsgeschäfte wie Grundstücksangelegenheiten, Geldanlagen, Wohnungskündigungen.

Vordruck nutzen


Die Betreuung endet mit dem Tod. Eine Ausnahme: Es werden keine Erben ausfindig gemacht. Dann könne ein Betreuer Nachsorge betreiben, müsse es aber nicht. Eine Betreuung könne auch wieder aufgehoben werden. Beispielsweise, wenn ein Betroffener nach seinem Unfall wieder selber seine Angelegenheiten regeln kann. Klarheit schaffe die Vorsorgevollmacht. Bei der Nutzung des entsprechenden Vordrucks könne man nichts falsch machen, so Chwatal. Der Referent sprach außerdem noch über Patientenverfügung und Betreuungsverfügung.
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