Ausstellung im Burglengenfelder Rathaussaal
Zuheir Darwish malt, um Flüchtlingen zu helfen

Der Künstler Zuheir Darwish (rechts) lebte lange in Burglengenfeld, wo nun Bürgermeister Thomas Gesche (links) und Landratsstellvertreter Joachim Hanisch (Mitte) eine Ausstellung mit Darwishs Bilder eröffneten. Der Erlös der Verkaufsschau dient dem Verein "Baum der Hoffnung" für Flüchtlingshilfe im Nahen Osten. Bild: Dobler
Kultur
Burglengenfeld
15.02.2016
213
0

Mit Lederhose und kurdischem Tuch: Schöner kann man seine Verbundenheit mit beiden Kulturen nicht demonstrieren wie es Zuheir Darwish tut. Der kommt eigentlich aus dem Norden Syriens, lebte lange als Flüchtling in Burglengenfeld und hat einen ungewöhnlichen Weg gefunden, auf die Nöte seiner Landsleute zu reagieren.

Zuheir Darwish wurde im Jahr 1976 in der zu Syrien gehörenden und im Dreiländereck Syrien - Irak - Türkei gelegenen Kurdenstadt Qamishlo geboren. Seine Eltern besaßen keine Staatsangehörigkeit und gaben ihn deshalb einer befreundeten syrisch-kurdischen Familie, um ihn so vor dem Schicksal der Staatenlosigkeit zu bewahren.

Bereits seit frühester Kindheit erlebte er die extremen Spannungen zwischen kurdischer und arabischer Bevölkerung in seiner Heimatstadt - einer der vielen Gründe, deretwegen er seine Heimat verließ und in den benachbarten Libanon floh. Doch auch dort gab es für ihn keine Möglichkeit, sich dauerhaft niederzulassen.

Über die Ukraine gelangte Zuheir Darwish schließlich nach Deutschland, wo er im Jahr 2000 einen Asylantrag stellte. Zehn Jahre lang, bis zur endgültigen Anerkennung als Flüchtling, lebte er mit seiner inzwischen fünfköpfigen Familie als "Geduldeter" in verschiedenen Sammelunterkünften in der Oberpfalz. Seit 2013 wohnt und malt er nun in Unterföhring.

Flucht und Heimatlosigkeit, Angst und Verzweiflung, Trauer und Tod - und doch immer wieder die Hoffnung - das sind die Themen, die Zuheir Darwish sein Leben lang begleiteten und die sich auch in seinen Bildern wiederfinden. Eine Auswahl dieser Gemälde sind seit dem Wochenende im Historischen Rathaussaal zu sehen und zu kaufen. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Flüchtlingshilfe, die Zuheir Darwish mit Freunden und Bekannten vor einem Jahr gegründet hat. Sie trägt den Namen "Baum der Hoffnung" und hat derzeit mehrere unterstützende Projekte für Menschen an der türkischen und irakischen Grenze zu Syrien laufen.

Dass der Einsatz Zuheir Darwishs ernst zu nehmen ist und seine Kunst Niveau hat, dafür zeugten bei der Ausstellungseröffnung nicht nur Bürgermeister Thomas Gesche und der stellvertretende Landrat, MdL Joachim Hanisch, sondern auch der evangelische Pfarrer Gottfried Tröbs, der die Schau initiiert hatte, und Sprachpate Rudolf Meier. Sie alle sprachen einführende Worte. Gesche drückte es so aus: "Die Kunstausstellung ist ein gelungenes Beispiel für all das, was Fremde zu Freunden machen kann."

___



Weitere Informationen:

http://baumderhoffnung.com/
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.