Bergziegen im Steinbruch lassen sich auch von Rockmusik nicht allzu sehr stören
Neugierige Nachbarn am Steilhang

Fata Morgana oder was? Im Burglengenfelder Steinbruch hausen tatsächlich Bergziegen und sie verbrachten einen ungewohnten Abend, als plötzlich ihre abendliche Ruhe von Rockmusik unterbrochen wurde. Bild: hou
Kultur
Burglengenfeld
12.07.2016
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Auch im Steinbruch wird manchmal gescherzt. Als sich am Wochenende über 1000 Leute vor den steil aufragenden Felsen im etliche Hektar großen Areal der Heidelberger Cement AG in Burglengenfeld versammelten, um das Konzert einer Pink-Floyd-Coverband (Bericht oben) zu hören, wurde ihnen durch einen im Vorprogramm auftretenden Sänger kurz und bündig mitgeteilt: "Wenn ich jetzt von der Bühne gehe, kommen die Bergziegen."

Und dann deutete der Mann mit Sonnenbrille hoch hinauf zu den schroffen und wohl gut 100 Meter hohen Steilwänden. Kaum war er fort, geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte. Denn plötzlich trat droben in steiler Höhe eine weiße Herde auf den Plan, die man so wohl nur unterhalb des Watzmanns vermutet hätte. Erst zaghaft, dann aber höchst interessiert an der für sie völlig ungewohnten Störung. Die Bergziegen - da waren sie tatsächlich! - warfen interessierte Blicke in die Tiefe, kraxelten wie Luis Trenker ein wenig nach unten, stellten ihre Suche nach spärlich wachsenden Gräsern für eine Weile ein und blieben in ihrer fast schon artistischen Position, bis tief drunten im Steinbruch-Tal die ersten Pink-Floyd-Songs der Coverband "Echoes" erklangen. Erst als es ein wenig laut und schrill wurde, trollten sie sich.

Bis auf ein Jungtier, das den ungewohnen Sound aus der Tiefe noch etwas länger zu vernehmen gedachte und vom Elternpaar zum Abrücken ins Nachtquartier gemahnt wurde. Die einbrechende Dunkelheit verschluckte sie alle. Eine visuelle Begegnung mit Fragezeichen. "Die wohnen hier", löste Konzertveranstalter Arthur Theisinger aus Burglengenfeld das Rätsel. Er wusste, dass die weißen Bergziegen in einem Gatter gehalten werden. Doch aus der Umzäunung verschaffen sie sich gelegentlich die Möglichkeit zu einem Ausflug ins steil abfallende Gelände. "Das", so Theisinger, "haben wir mitgekriegt, als hier die Bühne in den letzten Tagen aufgebaut wurde. Da sind plötzlich Steinlawinen ins Rollen gekommen." Die Brocken flogen hinab, den Ziegen geschah nichts.
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