Burglegenfeld: Interview mit Chris Norman über seine Solokarriere
Ein bisschen "Next Door To Smokie"

Kultur
Burglengenfeld
18.04.2015
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"Living Next Door To Alice", "Lay Back In The Arms Of Someone", "Mexican Girl" - allesamt freundliche Smokie-Kracher, die man als anspruchsvoller Musik-Konsument nicht zwingend schätzen muss. Entfliehen kann und konnte man ihnen dennoch nicht.

Tatsache ist, dass man diesen Drei-Minuten-Ohrwürmern bereits unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in den 1970-ern nicht auskam, sondern dass man ihnen, zumindest als Radio-Hörer, bis heute nicht auskommt. Zu schmissig sind diese Nummern, angesiedelt im weiten Land zwischen Pop und Rock, zu eingängig ist das raue Schmirgel-Organ des Sängers Chris Norman, zu oft werden sie nach wie vor auf zahlreichen Kanälen gespielt.

40-jähriges Jubiläum

Smokie nennt sich das Quartett, das sich hinter diesen All-Time-Hits verbirgt. Der Vierer aus dem West-englischen Bradford brachte 1975 sein Debütalbum "Pass It Around" auf den Markt, was zur Folge hat, dass er dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiern darf. Die Plattenfirma nimmt diesen Umstand zum Anlass, um das opulent ausgestattete Doppelalbum "1975 - 2015 The 40th Anniversary Gold Edition" (Sony) als auch eine Drei-DVD-Box mit zahlreichen Live-Aufnahmenzu veröffentlichen.

Wobei es Smokie aus der kreativen wie kommerziellen Hochzeit längst nicht mehr gibt. "Smokie, darunter versteht der Fan jene bis 1986 existierende Besetzung um Frontmann und Gitarrist Chris Norman, Aushängeschild der Band. Man ging vor knapp 30 Jahren nicht ganz harmonisch auseinander, wobei laut Norman der Kontakt untereinander "nie völlig abgebrochen ist, doch ich fühle mich mit meiner Solo-Karriere einfach wohler."

Letztes verbliebenes Originalmitglied der Gruppe ist Bassist Terry Uttley, der zusammen mit vier weitgehend unbekannten Musikern vor allem live die Smokie-Fahne hoch hält. "Die machen ihren Job ziemlich gut", erkennt der 65-jährige Chris Norman respektvoll an, "doch ich selbst bin aus der Nummer total raus." Im Herbst erscheint sein nächstes Soloalbum, an dem er gerade fieberhaft arbeitet. Die Kulturredaktion sprach mit Chris Norman.

Wie verbunden fühlen Sie sich der Smokie-Musik noch?

Chris Norman: Wenn ich toure und die Fans mich dazu auffordern, was sie eigentlich bei jedem Konzert tun, spiele ich natürlich die alten Band-Klassiker. Ich schäme mich in keinster Weise dafür. Wir haben hart daran gearbeitet, bereits seit den späten 1960-ern und unter anderen Namen, ehe wir 1975 den Durchbruch hatten. Darauf bin ich sehr stolz.

Wie viel Einfluss konnten sie auf die "Gold Edition" nehmen?

Norman: Immerhin habe ich einen komplett neuen Song beigesteuert, ansonsten bekam ich wie all die anderen Band-Beteiligten von "Sony" eine Song-Vorschlagsliste, die wir geringfügig ändern und ergänzen konnten. Das war's.

Keine nostalgischen Gefühle bei der Arbeit daran aufgekommen?

Norman: Ich lebe mit diesen Liedern auf "Gold" schlicht zu lange, als dass sich bei ihrem Hören Wehmut einstellen würde. (lacht) Wir kennen uns einander zu gut.

Sind Sie nach wie vor überrascht über den Umstand, dass Smokie besonders in Deutschland so große Erfolge feierte und bis heute live sehr gefragt ist?

Norman: Dass wir in Deutschland wesentlich angesagter als in der eigenen Heimat waren, habe ich nie recht verstanden. Muss ich ja auch nicht. (lacht) Tatsache ist, dass wir ein Gespür für eingängige Harmonien besaßen, gepaart mit meiner unvergleichlichen Stimme. Kein schlechtes Erfolgsrezept...

Wie ist Ihr Verhältnis zu den übrigen frühen Smokie-Mitgliedern?

Norman: Mit Schlagzeuger Pete Spencer gibt es einen recht regen Austausch, ab und an treffen wir uns. Mit Gitarrist Alan Silson telefoniere ich gelegentlich. Nur mit Terry Uttley komme ich nach wie vor nicht so toll aus.

Die Streitigkeiten mit ihm waren einer der Hauptgründe, dass Sie die Gruppe verließen, richtig?

Norman: Irgendwie schon - wobei ich absolut nichts von meiner Smokie-Vergangenheit rückgängig machen würde. Es war eine tolle Zeit, über die ich nichts kommen lasse. Aber jetzt ist auch genug damit.

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Smokie gastiert am Sonntag, 26. April, um 20 Uhr im VAZ-Pfarrheim in Burglengenfeld. Karten gibt es beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter 0961/85550, 09621/306230 und 09661/87290 sowie unter www.nt-ticket.de.
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