Der gebürtige Amberger Günter Grünwald stellt in Burglengenfeld "HausLandschaften" aus
Architektur aus einem anderen Blickwinkel

Seit 1992 beschäftigt sich Gerhard Grünwald mit dem Zeichnen und Malen und entwirft skizzenhafte, flüchtige Momentaufnahmen von Häusern und Landschaften, die auf das Wesentliche reduziert werden. Bild: Wolke
Kultur
Burglengenfeld
10.10.2014
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Sich anhand der Kunst - die hier vorsichtigerweise nicht als Hobby bezeichnet wird - vom eigenen Berufsalltag zu lösen: Auf Gerhard Grünwald trifft diese häufig anzutreffende Intention durchaus nicht zu. Der gebürtige Amberger und heute in Schwandorf Lebende ist hauptberuflich Architekt. Nebenher malt er. Und zwar in erster Linie Gebäude.

Mit Leidenschaft

Warum auch nicht? Seine zartfarbenen Aquarelle und Mischtechniken geben ihrem Schöpfer die Möglichkeit, Architektur aus einem anderen Blickwinkel zu sehen: Nicht die auf Statik bedachte Ratio kommt hier zum Zuge sondern die Leidenschaft.

"HausLandschaften": Der Titel der aktuellen Ausstellung im Oberpfälzer Volkskundemuseum (bis 26. Oktober) in Burglengenfeld bedarf keiner Erklärung. Eine berückende Sammlung kleinformatiger Bilder führt hier ein in das künstlerische Werk des studierten Architekten Gerhard Grünwald, der zudem Kreisheimatpfleger in Schwandorf ist.

Die berufliche Leistung Gerhard Grünwalds ist die Architektur. Seine Bilder aber sind Hommagen an dieselbe. Auf solides Mauerwerk oder gar Vorschriften zu Dämmung und Emission braucht der Künstler hier keine Rücksicht zu nehmen. Die Häuser, die Grünwald in seinen Bildern verewigt, sind vor allem eines: pittoresk. Oberpfälzer Höfe finden sich hier ebenso wie die Fassaden einer sommerlichen Piazza in Italien.Die Wiedergabe der Motive erfolgt bei Gerhard Grünwald stets skizzenhaft. Oft sind die Arbeiten koloriert, manchmal auch in dramatischem Schwarz-Weiß-Kontrast gehalten. "Die Skizze ist für mich extrem wichtig", erklärt der Künstler. "Sie stellt für mich die Grundidee dar, an der die Farbe festgemacht werden kann." Erst das Formengerüst, dann der Farbanstrich, alles schön der Reihe nach. Der Architekt in Gerhard Grünwald lässt sich nicht leugnen.

Eine Momentaufnahme

Seit 1992 befasst sich Grünwald intensiv mit dem Zeichnen und der bildhaften Darstellung. Er versuche, das in der Landschaft Gesehene als Momentaufnahme wiederzugeben, sagt er selbst. "Für mich sind Linien und Flächen wichtig", so Grünwald. "Die Farbe kommt erst im Anschluss daran hinzu."

Dabei ist es gerade die frische Farbigkeit, die die Bilder Gerhard Grünwalds reizvoll macht. Bunte Marktplätze, verschwiegene Hinterhöfe, sommerliche Landschaften: Günter Grünwald geht mit offenen Augen durch die Welt und lässt den Betrachter teilhaben an seinem Blick aufs Malerische.

Für Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl ist die Ausstellung eine weitere Präsentation eines regionalen Künstlers: "Es ist eine Freude, Brücken zwischen Kunst und Regionalgeschichte zu schlagen". Mit der Schau des Architekten, Kreisheimatpflegers und Künstlers Grünwald ist dies zweifelsfrei gelungen.
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