"Echoes" covert Pink Floyd:
Herausforderung im Steinbruch

"Dark Side of the Moon" vor gigantischer Kulisse: Im Burglengenfelder Steinbruch gab es eine Pink-Floyd-Show der deutschen Coverbands "Echoes". Bild: hou
Kultur
Burglengenfeld
12.07.2016
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Der legendäre David Gilmour wurde einen Tag zuvor zum Ehrenbürger von Pompeji ernannt und gab zwei Konzerte im Amphitheater der einst vom Ascheregen verschütteten Stadt am Golf von Neapel. Gut 1000 Kilometer weiter nördlich wurde seiner Band Pink Floyd Reverenz erwiesen. Vor einer nicht minder aufregenden Kulisse.

So ein Steinbruch hat schon etwas. Steil aufragende ockergelbe Felsen, nach Einbruch der Dunkelheit rot und blau angestrahlt. Nur im Burglengenfelder Zementwerk bietet sich landkreisweit eine solche atemberaubende Umgebung, die allerdings selten für Veranstaltungen genutzt werden darf.

Meilensteine der Musik


Wenn dann ein lauer Sommerabend hinzu kommt, sich droben am wolkenlosen Firmament der Mond als Sichel präsentiert und die dunkle Seite dieses Planeten eindeutig dominiert, stimmt quasi alles, um in dem für viele als richtungsweisend geltenden Rock-Album "Dark Side of the Moon" zu blättern. Die Musik von Pink Floyd ist nicht jedermanns Sache. Eingefleischte Rock-'n'-Roller sagen, sie sei viel zu langatmig und beeinflusst von Elementen, die wohl eher zum Jazz und zur E-Musik passen. Klar aber ist andererseits: Hätte es David Gilmour, Roger Waters, Syd Barrett, Richard Wright und Nick Mason nicht gegeben, es wäre eine Lücke in der Rock-Historie.

Die 1965 gegründete UK-Band war mit nichts zu vergleichen. Und sie bekam den Grammy für "Another Brick in the Wall". Im Steinbruch kamen die Meilensteine von Gilmour und Co. ins Rollen. Wobei vorab Bedenken überwogen. Die Frage lautete: Kann man Pink Floyd so covern, dass auch eingefleischte Fans der Dinosaurier-Truppe zufrieden sind? Die Antwort kam von der deutschen Band "Echoes". Sie fiel überraschend aus. Denn die sechs Leute auf der Bühne (eingedenk einer stimmlich genial guten jungen Frau) näherten sich dem komplizierten Pink-Floyd-Sound an. Nicht auf Augenhöhe. Aber instrumental und gesanglich höchst respektabel.

Spannender Abend


Es gab Höhepunkte, die wohl auch Gilmour gefallen hätten. "Shine on you crazy Diamond" zählte dazu und das noch immer ohne Beispiel in der Rockgeschichte gebliebene "Wish you were here." Schwierig nachzuspielende Stücke, deswegen auch von Gruppen aus der Ära immer gemieden. "Echoes" schafften das bravourös und wurden mit begeistertem Beifall der über 1000 Zuhörer bedacht. Das führte zu einer erneuten Frage: Wie kommt jemand dazu, sich so intensiv mit Abläufen von Pink Floyd zu beschäftigen? Alle sechs, die da auf der auf der Bühne standen, hätten wohl mit gängigen Rock-'n'-Roll-Nummern viel leichteres Spiel gehabt - und sie zweifellos ebenso grandios geschafft. Schöner und spannender Abend. Mit Musik, die eine Herausforderung ist. Für Akteure und auch für ihr Publikum. In Pompeji bei Gilmour war das so. Und im Burglengenfelder Steinbruch nicht anders.
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