Ein genialer Baumeister

Die Erinnerung an Johann Michael Fischer halten Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl, Gabriele Blechschmid vom Freundeskreises des Oberpfälzer Volkskundemuseums und Ortsheimatpfleger Günther Plößl hoch und legten an Fischers Grabplatte einen Kranz ab. Mit im Bild Dipl.-Ing. Franz Peter, Tobias Gaiser und Christian Stauß. Bild: hfz
Kultur
Burglengenfeld
23.05.2016
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Er hat der Stadt zwar keines seiner berühmten Bauwerke hinterlassen. Ihrem berühmten Sohn Johann Michael Fischer erwiesen die Burglengenfelder zum Todestag dennoch die Ehre.

Anlässlich seines 250. Todestages hat eine Delegation aus Burglengenfeld einen Kranz am Grabstein von Johann Michael Fischer in München niedergelegt. Fischer (1692 - 1766) gilt als "Vollender der spätbarocken Baukunst" in Süddeutschland und ist damit bis dato der berühmteste Sohn der Stadt.

Laut Inschrift auf der Grabplatte an der Südseite der Münchner Frauenkirche hat Fischer 32 Gotteshäuser und 23 Klöster "nebst sehr vielen anderen Palästen" erbaut. Die Katholische Pfarrkirche St. Michael in Berg am Laim ist einer der prachtvollsten und bedeutendsten Sakralbauten im heutigen Stadtgebiet von München. Das Marienmünster in Dießen am Ammersee trägt ebenso Fischers Handschrift, wie die Klosterbauten in Zwiefalten, Ottobeuren oder Fürstenzell. In der Oberpfälzer Heimat Fischers muss man bis an deren (fast) südlichsten Ausläufer fahren, um in Aufhausen im Landkreis Regensburg die Wallfahrtskirche Maria Schnee bestaunen zu können. Zwar hält sich hartnäckig das Gerücht, der Baumeister habe den Turm der Expositurkirche "Unserer Lieben Frau" in Kirchenbuch entworfen. Doch für den Nachweis einer Bautätigkeit Fischers direkt im Stadtgebiet Burglengenfeld fehlt jeglicher historisch belegbare Nachweis.

Umso wichtiger ist es den Verantwortlichen im Rathaus, die Erinnerung an Fischer wachzuhalten. Denn dass er ein genialer Baumeister war, ist in der Fachwelt unumstritten. Folgerichtig machten sich die Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseums Dr. Margit Berwing-Wittl, Gabriele Blechschmid vom Freundeskreises des Museums und Ortsheimatpfleger Günther Plößl auf nach München, um an Fischers Grabplatte an der Münchner Frauenkirche im Auftrag der Stadt Burglengenfeld einen Kranz anzubringen.

Dipl.-Ing. Franz Peter, Mitinitiator der großen Fischer-Ausstellung 1995 und Mitherausgeber von Fischer-Fachliteratur, erinnerte dabei daran, dass schon die Zeitgenossen von den Fischer-Kirchen zutiefst beeindruckt waren. So schrieb der Pfarrer von Unering, dem Fischer 1732 eine neue Dorfkirche gebaut hatte: "Was für ein Freud und Vergnügen ich an diesem Gotteshaus habe, kann ich unmöglich exprimieren. So oft ich nur daran denke, lacht mir das Herz und meine ich, den Himmel zu sehen."

Ganz ähnlich sah das Gemeindereferent Tobias Gaiser vom Pfarrverband Riedering, zu dem das letzte Bauwerk des Burglengenfelders gehört, die Pfarrkirche St. Rupert in Söllhuben. Darin lässt sich Fischers Markenzeichen erleben, der achteckige Zentralraum. Vom Altar aus öffne sich eine "unglaubliche Weite", die es möglich mache, die Pfarrgemeinde bei Gottesdiensten viel näher einzubinden, viel schneller mit der Gemeinde in Dialog zu treten. Gaiser: "Johann Michael Fischer hat diesem Dorf einen Schatz überlassen."

Pünktlich zum 325. Geburtstag des genialen Baumeisters sollen im kommenden Jahr im Oberpfälzer Volkskundemuseum neue Räume eröffnet werden, die sich dem Leben und Wirken Fischers widmen, informierte Dr. Margit Berwing-Wittl. Dann kehrt die große Ausstellung von 1995 zum 300. Geburtstag Fischers nach Wanderjahren durch ganz Süddeutschland zumindest in wesentlichen Teilen nach Burglengenfeld zurück.
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