Erzählungen und Musik aus dem Leben eines famosen Gitarristen - Stehend dargebrachter Beifall ...
Woodstock und der Mond über New York

Wenn sie nicht mit Peter Maffay unterwegs sind, touren sie mit ihrer eigenen Band durch die Lande: Carl Carlton (rechts) und sein genialer Keyboarder Pascal Kravetz. Bild: hou
Kultur
Burglengenfeld
01.12.2014
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Der Mann heißt Karl Walter Ahlerich Buskohl. Er wird in ein paar Monaten sechzig Jahre alt. Sieht man ihm nicht an. Das verdeutlicht sich erst, wenn er von Woodstock erzählt, an Freunde wie Robert Palmer erinnert. Die hätten wohl Schwierigkeiten gehabt, den Namen des Ostfriesen auszusprechen. Also nannte er sich Carl Carlton.

Viele kennen diesen C. C. aus den Tourprogrammen von Peter Maffay. Von daher wissen sie, dass da einer mit Gardemaß auf der Bühne steht, der sein Gitarristen-Handwerk beherrscht wie nur wenige in diesem Land. Gelegentlich geht Carlton mit seiner eigenen Band auf Konzertreise, bastelt an neuen Alben, nimmt Pascal Kravetz mit. Auch der steht auf Maffays Besetzungsliste.

Außergewöhnliche Show

Genug der Vorrede. Während draußen auf dem Burglengenfelder Weihnachtsmarkt der Glühwein in die Tassen floss, gab sich drinnen im Pfarrheim Carl Carlton die Ehre. Mit einer zweieinhalbstündigen Show, die als außergewöhnlich bezeichnet werden darf. Der stolze Vater und Großvater erzählt vorrangig aus seinem Leben, macht die Musik zum begleitenden Element.

Namen fallen und machen deutlich, wer dieser Carl Carlton eigentlich ist. Mit Robert Palmer und Joe Cocker hat er gespielt, Levon Helm aus Arkansas war sein väterlicher Freund. Levon Helm? Er gehörte in den 1960er Jahren zu Bob Dylans Gruppe "The Band". Ihm zu Ehren macht Carlton "The Weight" aus dem "Easy Rider"-Soundtrack. Eine schwierige Nummer. Doch was ist schon knifflig für Carlton, der nicht nur seine ständig wechselnden Gitarren spielen, sondern zudem auch singen kann?

Neue CD "Wonderland"

Es gibt eine grandiose Version von Dylans "The Times they are a changin'", von Springsteens "Atlantic City" und von "The Night they drove old dixie down", das von Joan Baez im Ohr geblieben ist. Genug aber dann mit gecoverten Songs. Carl Carlton ist da, um seine neue CD "Wonderland" zu präsentieren. Da läuft er dann endgültig zu einer Form auf, die das Publikum von den Sitzen reißt. "Moonlight in New York" etwa. Schon mal gehört? Eine exzellente Nummer. Dann "Strawberry Letters" und "Live long Guarantee". Rock and Roll vom Allerfeinsten.

Toller Abend, beste Unterhaltung. Auch ein kleiner, roter Hahn gehört dazu. Über ihn wurde einst ein Bluessong von Howlin' Wolf tief drunten im Mississippi-Delta gemacht. Später geriet "Little red Rooster" zum Hit für die Rolling Stones. Carl Carltons Fassung, man muss es sich anhören, ist besser. Das Publikum spendete stehend Applaus.
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