Asklepios gibt Geriatrie auf

Asklepios gibt die Abteilung für geriatrische Rehabilitation am Krankenhaus Burglengenfeld auf. Archivbild: Götz
Lokales
Burglengenfeld
15.10.2014
26
0

Die geriatrische Rehabilitation am Krankenhaus Burglengenfeld wird geschlossen. Das teilte Betreiber Asklepios mit. Ein Kooperationspartner soll die Aufgaben übernehmen. 41 Vollzeitkräfte sind betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant.

Die geriatrische Rehabilitation war schon kurz nach der Übernahme der Kreiskrankenhäuser durch den Betreiber Asklepios ein Sorgenkind. Zum 1. Juli 2011 wurde die Abteilung wegen erheblicher Defizite von Oberviechtach nach Burglengenfeld verlegt, was für Kritik auch im Kreistag sorgte. Offenbar brachte auch die Verlagerung nicht den gewünschten Erfolg. Ende des Jahres soll die Abteilung geschlossen werden. Die Aufgaben soll ein Kooperationspartner übernehmen. Wer das ist, dazu will sich Geschäftsführer Andrej Synnatzschke erst im November äußern, hieß es auf Nachfrage der Redaktion.

In Zukunft werde die Klinik Burglengenfeld den Fokus auf Grund- und Regelversorgung setzen, heißt es in einer Asklepios-Mitteilung. Mit der anstehenden Generalsanierung solle Burglengenfeld zur Vorzeigeklinik der Region werden, erklärt Andrej Synnatzschke. Der Spatenstich soll in den kommenden Wochen erfolgen. Einschneidender als der Stich in den Boden sind die strukturellen Pläne. Bestehende und geplante Konzepte seien auf den Prüfstand gestellt worden, um die Zukunft des Krankenhauses zu sichern. Das Ergebnis laut Asklepios: "Wir werden uns in Burglengenfeld medizinisch noch stärker auf unsere Kernkompetenz konzentrieren, die qualitativ hochwertige Grund- und Regelversorgung der Menschen im Städtedreieck."

Die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie würden weiter gestärkt. Das seien die Gesundheitsleistungen, die die Menschen vor Ort am meisten benötigten. Die geriatrische Rehabilitation solle zum Jahresende zu einem Partner in der Region verlagert werden. "Wir haben uns diesen Schritt gründlich überlegt, aber die geriatrische Rehabilitation gehört einfach nicht zu unseren Kernkompetenzen. So ehrlich muss man sein, wenn man die Weichen für die Zukunft stellt", teilt Andrej Synnatzschke mit. Die Versorgung älterer Menschen im Landkreis bleibe aber gesichert. Die Verhandlungen mit einem regionalen Kooperationspartner stehen demnach kurz vor dem Abschluss. Auch in anderen Bereichen erfolge eine noch stärkere Vernetzung und Zentralisierung. Betroffen seien davon vor allem ausgewählte Leistungen des Labors, der Schreibdienst sowie der Einkauf. "Wir haben bislang einfach zu wenig auf die Synergieeffekte, die es innerhalb der Asklepios- Gruppe in der Region gibt, geachtet." Diese Potenziale wolle die Klinik vor dem Hintergrund der Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft besser nutzen.

"Dennoch bedeuten diese Entwicklungen aber auch, dass für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Lösung gefunden werden muss", heißt es in der Mitteilung. "Hier sehen wir uns in der Verantwortung", betont Synnatzschke. Demnach sollen soweit möglich Arbeitsplatzangebote in anderen Einrichtungen gemacht werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Vollständig umgesetzt werde das neue Konzept zum Jahreswechsel.

"Wir haben mit dem ersten Bauabschnitt der Generalsanierung nicht nur ein klares Bekenntnis zum Standort Burglengenfeld gegeben, sondern uns auch ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Wir wollen eine Vorzeigeklinik für kleinere und mittlere Krankenhäuser werden. Dies erfordert aber auch, dass über Grenzen und historische gewachsene Strukturen hinaus gedacht werden muss", begründet Synnatzschke die Veränderungen, die im Wesentlichen zum 1. Januar in Kraft treten sollen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.