Asklepios Klinik behandelt schlimme Verletzungen von afghanischen Buben
Vor Amputation bewahrt

Dr. Maximilian von Pichler (links) und Dr. Thorsten Cedl (rechts) freuen sich mit Farid über die gelungenen Operationen. Bild: hfz
Lokales
Burglengenfeld
01.01.2015
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Farid und Roman haben Glück gehabt. In der Asklepios Klinik Burglengenfeld wurden ihre schlimmen Verletzungen behandelt. Bald können die afghanischen Buben wieder laufen und spielen.

Als der siebenjährige Farid (Namen der Kinder geändert) in Burglengenfeld ankam, konnte er seinen rechten Arm nicht mehr bewegen. Aus einem offenen Bruch am Oberarm lief Eiter, eine Amputation schien unumgänglich. Doch den Ärzten an der Asklepios Klinik ist es gelungen, seinen Arm zu retten. Der kleine Junge aus Afghanistan kam über den Verein Friedensdorf International an das Krankenhaus im Städtedreieck.

Der Verein vermittelt der Klinik jedes Jahr zwei Kinder aus Krisengebieten, wie es in einer Pressemitteilung heißt. "Flug und Aufenthalt bezahlt die gemeinnützige Organisation, die Behandlungskosten übernehmen wir", erklärt Dr. Maximilian von Pichler.

Der Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie hat Farid sowie den neunjährigen Roman, gemeinsam mit Dr. Thorsten Cedl, dem Leitenden Arzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, operiert. Besonders kritisch war die Lage bei dem Siebenjährigen: "Wir haben wirklich lange Zeit um den Arm von Farid gezittert", erklärt von Pichler. Der Bub hatte offene Brüche, die in seiner Heimat sehr schlecht versorgt worden sind. "Als er hier ankam, war der Arm nur notdürftig geschient und der Verband total verdreckt", berichtet der Chefarzt.

Haut, Muskeln und Knochen seien stark entzündet gewesen. Das Ellenbogengelenk wurde dabei so in Mitleidenschaft gezogen, dass es nicht mehr gerettet werden konnte. Der Arm wird an dieser Stelle steif bleiben. Da die Schulter ebenfalls heftig getroffen war, habe man auch eine Amputation ernsthaft in Betracht ziehen müssen. "Es ist uns aber in mehreren Operationen gelungen, zunächst die Entzündungen aus Knochen und Weichteilen zu entfernen und ihm dann eine Art Ersatzoberarmknochen einzupflanzen." Dazu wurde dem Kind ein Stück Knochen aus dem Wadenbein entnommen und in den Oberarm eingesetzt. Damit dieser gut anwächst, wurden auch Muskeln und Gefäße mit übernommen. Auch eine Hautverpflanzung war nötig.

Inzwischen setzt der Heilungsprozess ein und nur der eiserne Fixateur, der den Knochen ruhigstellt, damit er gut einwachsen kann, und ein dicker Verband erinnern noch an das traumatische Erlebnis. Wie es zu den schweren Verletzungen kam, konnten die Ärzte dem Jungen mit den großen dunklen Augen nicht entlocken. "Das kam über Nacht", war stets seine Antwort als ihn der Dolmetscher befragte.

Dieser war den Medizinern wie auch engagierte Freiwillige eine große Hilfe, erklärt Cedl: "Man muss sich vorstellen, der Kleine wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, kommt in ein fremdes Land und kann sich nicht verständigen. Deshalb sind wir erstens dem Friedensdorf sehr dankbar, dass es uns immer wieder einen Dolmetscher zur Verfügung gestellt hat und zweitens unserer Belegschaft, die sich rührend um den Jungen gekümmert hat."

So hätten Angehörige von Beschäftigten einen regelmäßigen Besuchsdienst für Farid organisiert. "Täglich sind diese abwechselnd zu ihm gekommen, haben zum Teil ihre eigenen Kinder mitgenommen und mit Farid gespielt und ihm Kleidung gebracht." Diese Leistung sei nicht zu unterschätzen, schließlich spiele das Umfeld bei der Genesung eine wichtige Rolle. Nach nun über drei Monaten in der Klinik darf der Kleine jetzt für rund sechs bis acht Wochen nach Hause. "Dann entfernen wir den Fixateur und er kann endlich wieder mit seinen Freunden spielen und toben."

Entzündung am Fersenbein

Ein ähnliches Schicksal hatte auch der neunjährige Roman. Er konnte nach rund zwei Monaten wieder geheilt in seine Heimat zurückkehren. Eine eitrige Entzündung am Fersenbein machte bei ihm zwei Operationen nötig. In der ersten wurden ihm in die Wunde und den Knochen Antibiotikaketten eingebracht, in einer weiteren wieder entfernt. Bei ihm werden keinerlei Probleme zurückbleiben.
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