Stadt Burglengenfeld sucht Gespräch mit Asylbewerbern und Verantwortlichen aus den Behörden
Größtes Problem ist die Sprachbarriere

Konzertierte Aktion im Bürgertreff Burglengenfeld: Bürgermeister Thomas Gesche (alle im Bild hinten) mit Vertretern der Stadtverwaltung, Mitgliedern des Stadtrats, Übersetzern, Vertretern des Landratsamts Schwandorf und der Lernenden Region Schwandorf trafen sich zum Austausch mit den Asylbewerbern in Burglengenfeld. Bild: hfz
Lokales
Burglengenfeld
04.11.2014
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Asylbewerber kommen in die Stadt - diese Nachricht vom Juli diesen Jahres warf viele offene Fragen bei der Stadtverwaltung, aber auch bei der Bevölkerung auf. Das Landratsamt Schwandorf hatte in der Carl-Maria-von-Weber-Straße und in der Max-Tretter-Straße Unterkünfte angemietet, die Ende Mitte August nach und nach bezogen wurden. Die Linie von Bürgermeister Thomas Gesche hierzu war von Anfang klar: "Wir möchten diesen Menschen vorurteilsfrei begegnen und ihnen unsere Hilfe anbieten". Dieses Angebot des Bürgermeisters gipfelte nun in einer konzertierten Aktion im Bürgertreff am Europaplatz.

Vertreter des Landratsamtes, der Stadtverwaltung, des Stadtrats, der Lernenden Region, der Nachbarschaftshilfe im Landkreis Schwandorf kamen vergangene Woche mit den Asylbewerbern und Übersetzern zusammen. Die Asylbewerber in Burglengenfeld, die dezentral in Mietwohnungen untergebracht sind, stammen aus Russland, Georgien und Syrien. Fast alle nahmen die Einladung des Bürgermeisters an diesem Abend an, teilte die Stadt mit.

"Die Hilfsangebote und die Unterstützung der Asylbewerber durch die Stadt werden künftig über eine zentrale Anlaufstelle koordiniert", gab Bürgermeister Gesche bekannt. Gudrun Bitterer, die derzeit im Bürgertreff am Europaplatz mit dem Aufbau der Nachbarschaftshilfe befasst ist, wird sich künftig auch um die Belange der Asylbewerber kümmern. In den nächsten Tagen wird Bitterer mit Ordnungsamtsleiter Gerhard Schneeberger die Unterkünfte aufsuchen, um Bedarfslisten zu erstellen, aber auch melderechtliche Fragen mit ihnen abzuklären.

Denn Anfragen gab es viele an diesem Abend: Neben Kleidung, Möbeln oder Fahrrädern wollen die Asylbewerber auch die deutsche Sprache lernen, brauchen Kleidung für Kinder oder Schulbedarfsartikel. Derzeit wird in Schwandorf einmal wöchentlich ein Sprachkurs angeboten. Aufgrund der räumlichen Entfernung und der zusätzlichen Buskosten stellt dies die Asylbewerber aber vor große Hürden. Und generell ist die Sprache ein großes Problem. Charlotte Pelka und Doris Dürr von der Lernenden Region Schwandorf erläuterten vor Ort das Konzept der "Sprachpaten", die neben Übersetzungen auch erste Hilfe im Alltag leisten und erklären, so Pelka, wie "beispielsweise Buspläne zu lesen und zu verstehen sind". Diese ehrenamtlichen Helfer reichen bei der derzeitigen Lage nicht aus, weil im gesamten Landkreis Schwandorf beständig neue Flüchtlinge aufgenommen werden. Im Schnitt treffen sich Sprachpaten und Asylbewerber etwa einmal wöchentlich. Manuela Radtke, im Landkreis für den Aufbau von Nachbarschaftshilfen zuständig, schlug so vor, mittels dieser Dienste ebenfalls für die Asylbewerber beratend tätig zu sein.

"Hinzu kommt", so erklärt es Hubert Frisch vom Landratsamt, "dass die Möglichkeiten einer Arbeitsaufnahme für Asylbewerber stark eingeschränkt sind". Die rechtliche Lage sähe vor, dass nur gemeinnützige Organisationen Asylbewerber für wenige Stunden und zu einem "eher symbolischen" Lohn beschäftigen dürfen. Denn auch die Frage nach Beschäftigung tauchte öfter auf. . Unter den Asylbewerbern finden sich zum Teil hochqualifizierte Fachleute, beispielsweise Informatiker.

"Ich möchte ihnen die Eingewöhnung so leicht wie möglich machen", so Bürgermeister Gesche, "und dort, wo es uns möglich ist, werden wir auch helfen". Jeder, der den Asylbewerbern in Burglengenfeld helfen möchte, kann sich unter Telefon 0 94 71 / 306 51 85 jeweils mittwochs und donnerstags von 8 bis 11 Uhr melden.
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