Von der Lehre ins Ministeramt

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner stellte sich in der vollen Burglengenfelder Stadthalle den Fragen der Schüler.
Lokales
Burglengenfeld
19.10.2015
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Ilse Aigners Lebenslauf diente rund 650 Schülern als positives Beispiel. Dabei ging es aber weniger um ihre politische Laufbahn. Vielmehr stand ihre Ausbildung vor über 30 Jahren im Fokus.

Denn nach der mittleren Reife 1981 lernte die heutige bayerische Wirtschaftsministerin Radio- und Fernsehtechnikerin. Später half sie unter anderem bei der Entwicklung von Systemelektrik für Hubschrauber mit. Damals war die 51-Jährige das, was viele Betriebe heute suchen: eine waschechte Fachkraft. Um dem Nachwuchs berufliche Ausbildungen schmackhaft zu machen, hatten die Wirtschaftsministerin und die bayerischen Arbeitskreise "Schulewirtschaft Bayern" die Initiative "Berufliche Bildung - Deine Chance" ins Leben gerufen. Zu der Veranstaltung am Montagmorgen kamen Hunderte Jugendliche aller Schularten in die Burglengenfelder Stadthalle.

Gute Zukunftschancen

Diese Plattform nutzten Unternehmen und Organisationen, um die jungen Menschen zu erreichen. Vor allem Branchen, denen der Nachwuchs ausgeht, warben um die Gunst der Schüler. Lebensmittelhandwerk, Pflegebereich, Schreiner - das ganze Spektrum war vertreten. Gerade diese "breite Palette" im sozialen, technischen und wirtschaftlichen Bereich rückte auch Aigner in den Mittelpunkt. Die große Nachfrage seitens der Betriebe sieht die Ministerin als enormen Vorteil für die Jugendlichen. Die Zukunftschancen sind also gut. Wie es gehen kann, verdeutlichte Aigner an ihrer eigenen Person: "Mit einer beruflichen Bildung kann man alles werden, sogar stellvertretende Ministerpräsidentin." In einer Fragerunde stellte sich die CSU-Politikerin den Fragen einiger Schüler. Unter anderem lobte sie dabei das duale System der beruflichen Bildung, das vor allem in deutschsprachigen Ländern gut funktioniere. "Das liegt an den vielen mittelständischen Unternehmen." Allerdings sehe sie gerade in diesem Bereich eine große Herausforderung: "In den nächsten fünf Jahren gibt es über 20 000 Betriebe, die zur Übernahme anstehen." Um diese Betriebe weiterzuführen brauche es allerdings genügend Meister.

Alles in allem prognostizierte die Wirtschaftsministerin den jungen Menschen gute Aussichten: "Wir leben in einem phänomenalen Land. Es gibt kaum Jugendarbeitslosigkeit." Die Heranwachsenden teilen diese Meinung. Denn laut der kürzlich veröffentlichten Shell-Jugendstudie, die seit 1953 regelmäßig in Auftrag gegeben wird, blicken in Deutschland 61 Prozent der Jugendlichen optimistisch in die Zukunft.

Das tun, was Spaß macht

Dem Nachwuchs legte Aigner bei ihrem Besuch vor allem eines ans Herz, wenn es um die Berufsfindung geht: "Orientiert euch daran, was euch am meisten Spaß macht." So sei es bei ihr selbst Anfang der 1980er Jahre gewesen, als sie sich für eine Ausbildung entscheiden habe müssen. Dass sie letztlich in der Politik gelandet sei, habe sich ergeben: "Das ist mir in die Wiege gelegt worden. Ich war schon immer Klassen- und Schülersprecherin."
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