Akten-Affäre: Bürgermeister Thomas Gesche schaltet Behörden ein
Neue Anzeige gegen Heinz Karg

Der ehemalige Bürgermeister von Burglengenfeld, Heinz Karg, hat eine Anzeige wegen übler Nachrede am Hals. Bild: hfz
Politik
Burglengenfeld
15.11.2014
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Die "Akten-Affäre" in der zweitgrößten Stadt im Kreis Schwandorf ist um eine Facette reicher. Bürgermeister Thomas Gesche hat seinen Amtsvorgänger Heinz Karg wegen übler Nachrede angezeigt. Das bestätigte Staatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier (Amberg) auf Anfrage unserer Zeitung. Die Ermittlungen um aus dem Rathaus verschwundene Akten und gelöschte Computerdateien seien weit gediehen, aber noch nicht abgeschlossen.

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Thomas Gesche zum Amtsantritt im Mai ein weitgehend leergeräumtes Büro vorgefunden, außerdem waren Computerdateien gelöscht. Die Stadt erstattete Anzeige gegen unbekannt. Die Ermittlungen richteten sich gegen Bürgermeister a. D. Heinz Karg, sein Privathaus wurde durchsucht.

Was und wie viel genau fehlt, steht offenbar auch heute noch nicht fest. Die Vermutungen, dass die Rekonstruktion schwierig würde, hätten sich bestätigt, sagte Staatsanwalt Strohmeier. Der Schlussbericht der ermittelnden Polizeibeamten liegt laut Dr. Strohmeier noch nicht vor. Nach der "Qualität" der fehlenden Akten und gelöschten Dateien würde sich auch der Tatbestand ergeben, der letztlich möglicherweise Heinz Karg zum Vorwurf gemacht werden könnte. Infrage kommen Eigentumsdelikte oder im Fall des gelöschten Computerlaufwerks unerlaubte Datenveränderung oder Computersabotage. Eine Einordnung lasse sich aber derzeit noch nicht treffen, betonte Strohmeier.

"Schmierenkomödie"

Das Ermittlungsverfahren gegen Karg wegen "übler Nachrede zum Nachteil einer Person des öffentlichen Lebens" läuft ebenfalls. In einem Zeitungsinterview hatte Karg hinsichtlich der "Aktenaffäre" von einer "Schmierenkomödie" gesprochen, die nur angezettelt worden sei, um ihn als gewählten Stadtrat der Burglengenfelder Wählergemeinschaft mundtot zu machen. Er erhob schwere Vorwürfe gegen seinen Amtsnachfolger. So seien 40 Ordner, die sich zum Amtsantritt noch im Vorzimmer des Bürgermeisterbüros befunden hätten, erst auf Gesches Anordnung hin zur "Bulmare GmbH" gebracht und dort nachher "unter großem Wirbel" wieder aufgefunden worden, heißt es in dem Interview.

Diesen Vorwürfen widersprach Bürgermeister Gesche im Ferienausschuss des Stadtrates Burglengenfeld vehement. Für eine Stellungnahme war Gesche nicht erreichbar, er ist im Urlaub.
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