Asylunterkunft in der Turnhalle des Michael-Fischer-Gymnasiums in Burglengenfeld
Schulturnhalle umfunktioniert

Die Dreifachturnhalle des Gymnasiums Burglengenfeld steht als Notunterkunft für Flüchtlinge bereit. Die 200 Betten sind in verschieden großen "Räumen" untergebracht, die durch Bauzäune und Planen abgetrennt wurden. Rechts stehen Tische und Bänke für die Verpflegung. Bild: Hösamer
Politik
Burglengenfeld
11.08.2015
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Haarbürsten, Shampoo, Duschgel. Handtücher und Windeln. Natürlich Betten und Verpflegung. BRK, THW und Johanniter haben die Turnhalle des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums binnen weniger Tage zur Notunterkunft umgebaut: für 200 Flüchtlinge.

"Wir wissen nicht genau wann, wie viele und woher." Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl konnte am Montag nur spekulieren. Sicher scheint nur, dass dem Landkreis Flüchtlinge zugewiesen werden. Die Vorbereitungen liefen, seit vergangene Woche der "Notfallplan" aktiviert wurde, weil die Erstaufnahmeeinrichtungen überfüllt sind. Mittlerweile hätten die sieben Landkreise und drei kreisfreien Städte im Bezirk 2000 Plätze in Notunterkünften bereit gestellt, bestätigte der Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz, Robert Feicht.

Die Dreifachturnhalle des Gymnasiums soll während der Ferien als Notunterkunft dienen. Dann werden die Flüchtlinge in Wackersdorf in einer Halle an der Knappenstraße untergebracht, die noch umgebaut werden muss. In Burglengenfeld haben THW, Johanniter und BRK innerhalb weniger Tage aus einer Turnhalle ein Heim für 200 Menschen geschaffen. Mit Bauzäunen und Planen wurde die Halle in verschieden große Räume aufgeteilt. Um etwas Intimsphäre zu schaffen, wie Jochen Manz vom Ausländeramt und Helmut Kramer von den Johannitern gestern vor Ort erläuterten. Knapp ein Drittel der Halle ist für den Verpflegungs- und Aufenthaltsbereich reserviert. Sanitäreinrichtungen für Damen und Herren sind in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht, Waschmaschinen wurden aufgestellt, ein Raum als "Versorgungslager" konzipiert. Hier wird vom Handtuch über Windeln, von der Wäschespinne bis zum Nassrasierer bereit gehalten, was erfahrungsgemäß am Dringendsten gebraucht wird. Dazu gibt's Plastikkisten, in denen die Flüchtlinge ihre persönliche Habe unterbringen können.

Der Aufbau habe dank der guten Zusammenarbeit der vielen Helfer hervorragend geklappt, sagte Manz. Das Cateringunternehmen ist vorbereitet, Nachschub an Verbrauchgütern wird über einen Schwandorfer Verbrauchermarkt geregelt. Wichtig war, dass die Rettungskräfte einerseits ihre Erfahrungen aus anderen Unterkünften einbringen konnten, andererseits freie Hand bei der Organisation hatten, wie Kramer betonte. Über ein Ausweissystem wird der Zugang zu der Unterkunft geregelt. Die Flüchtlinge werden auch den Hof und die Sportanlage nutzen können. Das Schulgebäude selbst ist tabu.

BRK und Johanniter teilen sich den Sanitätsdienst, eine Securitymannschaft ist ebenfalls vor Ort. "Es ist immer jemand da," sagte Manz. Das Team ist für die Ankunft gerüstet.
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