Bürgermeisterrunde mit den Militärs
25 000 Soldaten üben hier pro Jahr

Das Treffen der Bürgermeister der Truppenübungsplatzrandgemeinden fand in Dietldorf statt. Bild: bö
Politik
Burglengenfeld
04.10.2016
67
0

Eine neue Landebahn für Drohnen entsteht derzeit in der Nähe von Kittensee im westlichen Teil des Truppenübungsplatzes Hohenfels.

Dietldorf. Das erfuhren die Teilnehmer am 34. Treffen der Bürgermeister der Truppenübungsplatzrandgemeinden mit den US-Militärs aus Hohenfels. Gastgeber im Landgasthof Weiß in Dietldorf war heuer erstmals die Stadt Burglengenfeld.

Zum Übungsgeschehen äußerte sich Oberst Curtis A. Buzzard, der Kommandeur des Joint Multinational Readiness Centers Hohenfels (JMRC). Er nannte die Oberpfalz mit ihren beiden Truppenübungsplätzen eine hervorragende Übungseinrichtung, nicht nur für US-Streitkräfte. "Es ist die Arbeit unter dem Mantel der Nato, die auch von höchsten Stellen immer wieder gelobt wird."

Pro Jahr kommen etwa 25 000 Soldaten zum Üben nach Hohenfels. Die Hälfte davon sind amerikanische Streitkräfte, so Buzzard. Noch bis zum 15. Oktober läuft "Allied Spirit V" mit etwa 2500 Teilnehmern aus acht Nationen. "Ich kann sagen, dass unsere Soldaten in Hohenfels auch nächstes Jahr wieder mit der Ausbildung übender Verbände gut eingespannt sind." Die Feldlandebahn bei Emhof werde weiter verbessert, wie auch die Übungsdörfer im Gelände für die Darstellung realistischer Übungsszenarien.

Wie Airfield Commander Elliot Morelan informierte, sind heuer aufgrund der vielen Übungen auch die Lärmbeschwerden angestiegen. Unter 09472/83 26 14 kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. "Wir sind unverzüglich bemüht, jedes Lärmproblem zu lösen." Zum Sicherheitstraining an notgelandeten Hubschraubern werden im nächsten Jahr die Feuerwehren aus Schmidmühlen und Velburg eingeladen.

Bernhard Weber (Public Works) informierte über Baumaßnahmen mit Aufträgen von 34 Millionen US-Dollar an die deutsche Wirtschaft aus der Region. Robert Graf (US-Wohnungsamt) berichtete, dass von der US-Armee 521 private Wohnungen außerhalb des Übungsplatzes angemietet seien. Weitere 468 Wohnungen würden von der Garnison über das Bundesvermögensamt belegt. Bruno Wagner (Personalabteilung) teilte mit, 555 deutsche Arbeitnehmer seien in Hohenfels beschäftigt. Dazu kommen 285 zivile amerikanische Arbeitnehmer.

Laut Norbert Wittl (Public Affairs) unternahmen beim deutsch-amerikanischen Volksfest 1400 Besucher eine Übungsplatzrundfahrt. Beim Burgfest in Hohenburg zählte man etwa 1300 Besucher. Davon nutzten rund 400 den US-Fahrdienst.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gab es einige Anmerkungen aus der Bevölkerung zum Übungsgeschehen der vergangenen Monate. Bürgermeister Bernhard Graf (Hohenfels) berichtete von Tankfahrzeugen, die sich auf ihrer Route zum Übungsplatz durch enge Straßen im Marktbereich zwängten, obwohl eine großräumige Umleitung ausgeschildert sei. "Die dauerhafte Öffnung des Tores Emhof wäre eine Erleichterung", merkte er als Lösungsansatz an. Das gelte auch für Feuerwehreinsätze - fünfmal rückten die Hohenfelser heuer aus, um auslaufende Kraftstoffe von Militärfahrzeugen zu binden.

Ein Anliegen waren Graf die Hubschrauberflüge übender Nationen während der vergangenen Monate. "Die Apache-Hubschrauber standen oft stundenlang während der Abend- und Nachtstunden über unserem Markt." Man müsse die oft ortsunkundigen Piloten besser informieren.

Einen erheblichen Lärmpegel erlebten Schmidmühlen und das Lauterachtal vor einiger Zeit, als am Wochenende heftige Detonationen das Übungsgeschehen untermauerten. "In den frühen Morgenstunden wurden die Bürger hochgeschreckt", berichtete Bürgermeister Peter Braun. Ihm ging es auch um die Zusammensetzung der verwendeten Munition und eventuelle gesundheitliche Auswirkungen. Und: "Mehr Höflichkeit erwarte ich auch, wenn besorgte Bürger in Hohenfels ihre Lärmbeschwerden am Telefon vorbringen."
Weitere Beiträge zu den Themen: US-Armee (122)Bürgermeistertreffen (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.