Fallschirmjäger springen über der Oberpfalz ab
Landung der Himmelssoldaten

Am Rande der Absprungzone beobachteten Militärs und zivile Gäste die Luftlandeübung. Zudem standen Ambulanzen bereit. Bild: paa
Politik
Burglengenfeld
12.04.2016
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Die Soldaten springen mit bis zu 60 Kilogramm Ausrüstung ab, diese hängt unter ihnen und kommt zuerst auf dem Boden auf. So wird der Springer während der Landung weniger belastet. Bild: paa
Burglengenfeld: Landezone Eglsee |

Zuschauer begrüßen die Fallschirmjäger bei ihrer Landung in der Oberpfalz. Der Volksfestcharakter am Rand der Absprungzone lässt fast vergessen, dass es eine militärische Übung ist, eine Übung für den Krieg.

Höchensee. In mehreren Wellen sind am Dienstag rund 920 amerikanische, italienische und britische Soldaten zwischen Schmidmühlen (Kreis Amberg-Sulzbach) und Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) mit dem Fallschirm abgesprungen. Die Soldaten waren am Vormittag mit 18 US-Transportmaschinen von der italienischen Luftwaffenbasis Aviano abgeflogen. Gegen 13 Uhr öffnen sich in etwa 300 Metern Flughöhe über Höchensee (Kreis Schwandorf) die Laderampen der Flugzeuge vom Typ C-17 und C-130.

Bis zu 60 Kilogramm


Im etwa 1700 Meter langen und rund 900 Meter breiten, abgesperrten Landestreifen landen zunächst nacheinander ein Dutzend Transportcontainer mit Ausrüstung und Waffen für die Soldaten, darunter Mörser. Dann springen nacheinander rund 920 Fallschirmjäger ab, darunter 125 Italiener, 125 Briten und rund 650 Amerikaner. Die Soldaten haben bis zu 60 Kilogramm Ausrüstung dabei. Diese hängt während des Fallschirmfluges unter ihnen und kommt zuerst auf dem Boden auf. So wird der Springer bei der Landung weniger belastet. Über den Transportflugzeugen kreisen zum Schutz Jagdflugzeuge.

In Höchensee, am einen Ende der Absprungzone, werden die Fallschirmjäger schon erwartetet. Nicht vom Feind, sondern von Zuschauern. Hier, auf benachbarten Höhenzügen und im Ort Eglsee, am Ende der Landezone, haben sich Hunderte versammelt. Einige hatten Urlaub genommen, um das Luftlandemanöver zu beobachten. Es gibt Getränke sowie Steak- und Bratwurstsemmeln. Die freiwillige Feuerwehr steht bereit, um bei Notfällen den Fallschirmjägern zu helfen.

Das Luftlandemanöver ist Teil der Übung "Saber Junction 16", mit der die Einsatzbereitschaft der 173. US-Luftlandebrigade aus dem italienischen Vicenza und Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) getestet und geprüft wird. Aus amerikanischer Sicht soll es auch signalisieren, dass die USA zu ihren Bündnisverpflichtungen stehen. Das macht Brigadegeneral Markus Laubenthal, Chef des Stabes des Oberkommandos des US-Heeres in Europa deutlich.

Zudem soll die Zusammenarbeit mit anderen Nationen geübt werden. Neben dem US-Verband, der sich Sky Soldiers (Himmelssoldaten) nennt, beteiligt sich die britische 16. Luftlandebrigade und die italienische Luftlandebrigade "Folgore" (Blitz) am Luftlandemanöver. Insgesamt nehmen 18 Nationen an "Saber Junction" teil. Fallschirmjäger sind die Ersten, die gerufen werden, sagt Brigadegeneral Giovanni Iannucci, Kommandeur der "Folgore", Im Falle eines Einsatzes bleibe keine Zeit, um sich kennenzulernen. Das müsse zuvor erfolgen. Fallschirme, Abläufe im Flugzeug, vieles sei unterschiedlich, erklärt Oberst Greg Anderson, Kommandeur der Sky Soldiers. Deshalb hätten sie mehrfach geübt.

Marsch zum Übungsplatz


Der Oberst war mit seinem Soldaten abgesprungen, spricht kurz mit den Journalisten, um dann seine Brigade unter Gefechtsbedingungen Richtung Übungsplatz zu führen. Dort waren am Vortag bereits rund 200 Soldaten des Aufklärungsbataillons der Sky Soldiers aus Grafenwöhr abgesprungen, um den Landestreifen zu sichern. Heute soll die Brigade diesen Brückenkopf ausweiten, damit Flugzeuge landen können.

Ein Lob gibt es von Kommunalpolitikern. Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling (CSU), der Schmidmühlener Bürgermeister Peter Braun (CSU) und sein Burglengenfelder Amtskollege Thomas Gesche (CSU) begrüßen, dass Gemeinden und Bevölkerung frühzeitig von der US-Armee eingebunden wurden.

Das Video der Sky Soldiers von der Luftlandung in Eglsee




Nachteinsatz der Sky Soldiers auf den Truppenübungsplatz Hohenfels

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