Markus Söder beim Empfang in der Burglengenfelder Stadthalle
Heimspiel für den Geldgeber

Finanzminister Markus Söder trug sich bei seinem Besuch in Burglengenfeld ins Goldene Buch ein. Bürgermeister Thomas Gesche, Landrat Thomas Ebeling und Dritter Bürgermeister Josef Gruber (von links) blickten ihm über die Schulter. Bild: Gerhard Götz
Politik
Burglengenfeld
07.11.2016
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Landrat Thomas Ebeling glaubt zu wissen, warum Finanzminister Markus Söder so häufig im Landkreis zu Gast ist. Bei einem Empfang in der Burglengenfelder Stadthalle sagte Ebeling: "Es ist dem Umstand geschuldet, dass hier der netteste Menschenschlag Bayerns lebt."

Die Ansprache des Landrats war gewohnt kurz und würzig. Söder hingegen nahm sich für seine Rede vor den Stadträten und Bürgermeistern der Region eine knappe Dreiviertelstunde Zeit. Er lobte seine Verdienste als Heimat- und Finanzminister, teilte den ein oder anderen Seitenhieb aus, ließ die große Keule aber stecken. Für Söder ein Termin, wie er viele im Kalender stehen hat.

Hotspots für die Gemeinden


Allerdings ein sehr angenehmer. Burglengenfelds Bürgermeister Thomas Gesche schüttete Lob über den Finanzminister aus. Er dankte etwa für die bis zu 950 000 Euro Förderung für den Breitbandausbau. Weitere Bitten stellte er nicht, was Bürgermeister ansonsten gerne machen, wenn sie den Finanzminister zu Gast haben. Söder skizzierte die Lage im Freistaat wie folgt: "Bayern geht es sensationell." Alte Schulden würden getilgt, es gebe nahezu eine Vollbeschäftigung. In seiner Funktion als Heimatminister erklärte er: "Der ländliche Raum ist nicht nur ein Naturpark, sondern Lebensraum für Menschen." Deswegen will er auch für ein flächendeckend schnelles Internet sorgen. Mit einem 1,5-Milliarden-Förderprogramm. Dabei sollen nicht nur Leitungen ausgebaut werden, sondern Hotspots zusätzlich für W-Lan-Verbindungen sorgen. Jeder Gemeinde spendiert der Finanzminister zwei solcher Hotspots mit einer Reichweite von 400 bis 500 Metern. Es soll nicht nur Geld fließen. Auch Arbeitsplätze will Söder bekanntlich auf dem Land schaffen. Wegen der Behördenverlagerung habe er viel Ärger gehabt. Söder betonte aber: "Es kommt nicht darauf an, wo ein Hintern sitzt, sondern was im Kopf drin ist."

Geduldige Franken


Auch die "Herausforderung Zuwanderung" hob Söder aufs Tablett. Er sprach von einer "finanziell extremen Belastung", die damit verbunden sei. Außerdem bleibe er dabei, dass effizientere Grenzkontrollen notwendig seien. Söder untermauerte: "Jeder, der bei uns lebt, muss sich an unsere Werte, Sitten und Gebräuche anpassen - nicht umgekehrt."

Nach etwa eineinhalb Stunden verließ Söder den "nettesten Menschenschlag Bayerns". Dieser Charakterisierung wollte er auch nicht widersprechen. Er erklärte die Franken allerdings zu den geduldigsten Menschen Bayerns. "Wer andere einlädt, sich total beleidigen lässt und dann auszeichnet", dürfe sich so nennen. Für Söder ging es im Anschluss nämlich in den Regensburger Salzstadel, wo er die Altneihauser Feierwehrkapell'n den Heimatpreis Oberpfalz verlieh. Also jenen, die am Frankenfasching stets scharfzüngig über die Franken herziehen.

Jeder, der bei uns lebt, muss sich an unsere Werte, Sitten und Gebräuche anpassen - nicht umgekehrt.Finanzminister Markus Söder
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