Dietldorf testet die Mini-Bücherei im gelben Häuschen
Bücher aus der Telefonzelle

Am Dorfplatz in Dietldorf steht die Bücherzelle. Genutzt wurde sie in den vergangenen Wochen nicht nur von der Dorfbevölkerung. Darauf ist Ortssprecher Andreas Beer (rechts) stolz, der mit seiner Frau Karin (Dritte von links) die Patenschaft für dieses Pilotprojekt übernommen hat. Bild: bö
Vermischtes
Burglengenfeld
11.04.2016
64
0

Früher war's mal eine Telefonzelle. Jetzt ist daraus eine Bücherzelle geworden. In Großstädten gibt es solche speziellen Mini-Büchereien schon länger. Jetzt hat das auch Dietldorf ausprobiert.

Dietldorf. Hier kann jeder stöbern, lesen und auch Bücher tauschen: Die Bücherzelle, eine ehemalige Telefonzelle der Deutschen Bundespost, steht seit einigen Wochen auf dem Dorfplatz in Dietldorf.

Hervorragende Bilanz


Jetzt haben Ortssprecher und Stadtrat Andreas Beer und seine Frau Karin eine erste Bilanz gezogen - und die ist hervorragend ausgefallen. Die Möglichkeit, an neue Bücher zu kommen und Gelesenes unkompliziert ab- und weiterzugeben, schätzt man mittlerweile nicht nur im Dorf.

Männer haben keine Zeit


Zum Angebot in der Dietldorfer Bücherzelle gehören neben einer gewissen Standardliteratur auch Krimis, viele Kinderbücher und Liebesromane. "Mit diesem Angebot kann man jeden erreichen und auch das Niveau hat sich gut gehalten", so die Erfahrung der Beers - und das schon seit fast acht Wochen.

"Müsste ich eine Statistik abgeben, dann wären es mehr Frauen und Kinder als Männer und Jugendliche, die sich in der Bücherzelle bedienen", meint Karin Beer. "Die Männer haben wahrscheinlich weniger Zeit zum Lesen", fügt sie scherzhaft hinzu. Getauscht wird in Dietldorf oft nach dem Kirchgang, wenn auch die Emhofer, Rohrbacher und Lanzenrieder zum Gottesdienst kommen, oder bei einem Spaziergang.

Alle im Dorf begeistert


"Bei uns im Dorf waren alle begeistert, dass es diese Möglichkeit zum kostenlosen Büchertausch gibt", sagt Karin Beer.

"Wir in Dietldorf wären sofort wieder bereit, die Bücherzelle erneut aufzustellen. Es war eine gute Sache, die auch unsere Gemeinschaft wieder ein Stück mehr zusammen-bringt", davon sind Karin und Andreas Beer überzeugt: "Und wir haben uns gefreut, dass wir beim Aufstellen drangekommen sind, denn die Warteschleife ist mittlerweile doch recht lang geworden."

Die Bücherzelle: So funktioniert diese Idee"Das ist ein einfaches Prinzip", erklärt Karin Beer: Wer aus der Bücherzelle neuen Lesestoff mitnehmen möchte, bringt dafür ein anderes Exemplar mit und stellt es ins Regal.

Fachlich betreut wird die spezielle Bücherecke von Beate Fenz von der Stadtbücherei Burglengenfeld. Träger sind die Bibliotheken im Städtedreieck mit der Volkshochschule und zwei Buchhandlungen.

Wie Beate Fenz anmerkt, wird nach gut sechs Wochen der Standort der Zelle gewechselt. "Die Bücher werden dann gesichtet und etwa ein Drittel wird vor der Neuaufstellung ausgetauscht." Außerdem gilt die Regel, dass der Lesestoff "nicht älter als etwa fünf Jahre und gut erhalten sein soll".

Eine Idee, die man aus Großstädten wie Berlin kennt. Mancherorts wird die unkomplizierte Bibliothek auch als "offener Bücherschrank" betrieben, um das Lesen attraktiver zu machen.

Karin Beer hat in den vergangenen Tagen das gelbe Häuschen in Dietldorf betreut: "Ich sperre am Morgen auf und am Abend wieder zu". Ganz stolz ist sie, dass es während dieser Zeit keine Sachbeschädigungen gegeben hat. "Wir haben gute Erfahrungen mit der Bücherzelle gemacht". Jeder im Dorf passe auf diese auf, damit alles in Ordnung ist. Darum, dass ein interessantes Angebot in den Regalen steht, hat sich Beate Fenz gekümmert.

"Wir in Dietldorf haben die kostenlose Bücherausleihe über eine eigene ,WhatsApp' und per Mail an die Dorfgemeinschaft publiziert", berichtet Karin Beer: "Das war für uns eine einfache Sache, weil diese Form der Nachrichtenverbreitung zusammen mit Mails bei uns im Dorf gang und gäbe ist." (bö)
Weitere Beiträge zu den Themen: Dietldorf (78)OnlineFirst (12624)Bücherzelle (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.