Dietldorfer Burschen kommen mit dem Schrecken davon
Kirwabaum fällt auf Stodldach

Der verunglückte Kirwabaum in Dietldorf. Bilder wie dieses machten am Mittwochabend und am Donnerstag in den sozialen Netzwerken die Runde. Screenshot: Facebook
Vermischtes
Burglengenfeld
21.01.2016
3852
0
Burglengenfeld: Landgasthof Weiß |

Auf diese Art der Nach-Kirchweih hätten die Burschen aus Dietldorf gerne verzichtet: Als sie am Mittwoch ihren Kirwabaum fällen wollten, stürzte der tonnenschwere Koloss auf das Dach des benachbarten Anwesens.

Dietldorf. "Das war schon ein gehöriger Schock", erzählt der Dietldorfer Ortssprecher und Feuerwehrkommandant Andreas Beer. Als das Malheur am Mittwoch gegen 15 Uhr passiert war, klingelte an seinem Arbeitsplatz das Telefon. "Es hat geheißen, ich soll heimkommen, weil der Kirwabaum auf ein Dach gefallen ist." Heute sei er froh, dass der Unfall relativ glimpflich ausgegangen sei. "Aber am Mittwoch war niemandem zum Lachen zumute."

Laut Beer hätten die Burschen die Entscheidung getroffen, den etwa 35 Meter hohen Baum nach der bitterkalten Nacht auf Mittwoch umzulegen. Der Boden war gefroren. Schlepper und Wagen sollten nicht einsinken. Beer: "Der Stamm sollte eigentlich auf den Acker fallen." Um die Fallrichtung entsprechend zu lenken, sei ein Traktor mit Frontlader so platziert worden, dass er nach dem Sägeschnitt anschieben konnte.

Doch der Bulldog hielt dem Druck der Fichte nicht stand. Der etwa zwei Tonnen schwere Koloss bewegte sich im Fallen in die entgegengesetzte Richtung, kippte den Traktor zur Seite und krachte auf das Dach der Scheune, die zum benachbarten Landgasthof Weiß gehört. Die Fichte durchschlug den Firstbalken und kam zwischen zwei Sparren zum Liegen.

Das war schon ein gehöriger Schock. Am Mittwoch war niemandem zum Lachen zumute.Ortssprecher und Feuerwehrkommandant Andreas Beer

"Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Das müssen sich Fachleute anschauen", sagt der Feuerwehrkommandant, der auch für die Freien Wähler im Burglengenfelder Stadtrat sitzt. Seines Wissens nach hätten die Kirwaburschen eine Versicherung, die sich nun mit dem Fall befassen müsse. Es dämmerte bereits, als sich die Bergungsaktion dem Ende entgegen neigte. Aus Schmidmühlen war der Autokran der Zimmerei Fischer angerückt, um das fehlgeleitete Wahrzeichen der Kirwa aus dem Dachstuhl zu hieven und auf dem angrenzenden Feld abzulegen - dort, wo er ursprünglich landen sollte. Ein besonderes Augenmerk legten der Kranführer dabei auf den gekippten Traktor. Auch ihn galt es, unversehrt geradezurücken. Per Arbeitskorb deckten die Helfer dann noch das Loch im Dach zu. Wo der Kirwabaum einschlug, flattert jetzt eine Plastikplane im Wind.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kirwa (250)Kirchweih (81)Dietldorf (78)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.