Haftbefehl wegen Mordverdachts gegen 44-Jährigen
59-Jährige erschossen [aktualisiert]

Die Leiche der Frau wird aus dem Haus getragen. Bild: ch
Vermischtes
Burglengenfeld
31.05.2016
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Der Tatort in Maxhütte-Haidhof an der Imigstraße. Bild: ch

Die 59-Jährige, die am Dienstag in Maxhütte-Haidhof zu Tode kam, ist erschossen worden. Die rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams der Frau habe dies ergeben, teilte das Polizeipäsidium Oberpfalz am Mittwoch mit. Bei Eintreffen der alarmierten Polizei war die Frau noch am Leben, verstarb aber wenig später an den Schussverletzungen. Ob die bei dem 44-jährigen Tatverdächtigen gefundene Schusswaffe auch die Tatwaffe war, ist noch nicht endgültig gekärt, aber laut Polizeisprecher Albert Brück "sehr wahrscheinlich". Klarheit wird erst ein Gutachten bringen.


Der 44-Jährige flüchtete noch vor Eintreffen der Polizei und wurde nach einer Verfolgung festgenommen. In seinem Fahrzeug wurde die Schusswaffe gefunden. Ob es sich um eine Pistole oder ein Gewehr handelte, hält die Polizei unter Verschluss. Fest steht aber, dass der Verdächtige keine Berechtigung zum Besitz der Waffe hatte. Heute wurde der Mann dem Haftrichter vorgeführt. Der erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes und anderer Delikte. Der 44-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die Spurensicherung am Tatort in der Imigstraße dauerte am Dienstag bis in die Abendstunden und wurde auch am Mittwoch fortgesetzt. Nach bisherigem Stand gerieten der 44-Jährige und das spätere Opfer in Streit, der offenbar so weit eskalierte, bis die Schüsse finden. Wie oft geschossen wurde, will die Polizei nocht nicht mitteilen. Tatverdächtiger und Opfer kannten sich, über die Art der Beziehung macht die Polizei keine weiteren Angaben.

Gegen 9 Uhr am Dienstag, 31. Mai, informierte ein Nachbar die Polizei über die Vorfälle nebenan. Die Beamten entdeckten am Einsatzort eine 59-Jährige. Sie war schwerstverletzt und starb kurze Zeit später. Auch ein Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen. Der Tatverdacht richtete sich schnell gegen einen 44-Jährigen. Er war da bereits mit seinem schwarzen Polo auf der Flucht. Die Polizei spürte ihn auf, setzte zur Verfolgung an. In der Nähe von Thanstein (Kreis Schwandorf) verlor der Mann die Kontrolle über das Fluchtfahrzeug. Die Polizei nahm ihn am Unfallort fest. Er wurde leicht verletzt.

Der 44-jährige mutmaßliche Täter sei polizeibekannt, teilte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Albert Brück, mit. Unmittelbar nach der Tat rückte ein Großaufgebot der Polizei am Tatort an. Auch der Leitende Oberstaatsanwalt aus Amberg, Joachim Diesch, machte sich ein Bild vor Ort. Nachbarn wurden befragt, Spuren gesichert. Klarheit über die genaue Todesursache der 59-Jährigen sollte eine rechtsmedizinische Untersuchung der Leiche am Dienstagnachmittag ergeben. Schon in ersten Meldungen der Polizei war von Schusswaffengebrauch die Rede.

Vor der Festnahme lieferte sich der 44-Jährige eine Verfolgung mit der Polizei, die 35 Minuten dauerte und sich über rund 40 Kilometer im Wechsel zwischen den Landkreisen Schwandorf und Cham erstreckte. Nach Auskunft eines Polizeibeamten war der Flüchtende "mal normal und mal mit etwas erhöhter Geschwindigkeit" unterwegs. In Burglengenfeld wurde eine Arztpraxis als möglicher Anlaufpunkt des mutmaßlichen Täters von Polizeibeamten gesichert. Das bestätigte Pressesprecher Albert Brück.

Gegen 9.40 Uhr wurde der schwarze VW Polo von einer Polizeistreife bei Neunburg vorm Wald entdeckt und die Fährte aufgenommen.

Bei der anschließenden Verfolgung, an der sich schließlich bis zu 20 Polizeifahrzeuge beteiligten, ging es zunächst durch das Stadtgebiet von Neunburg, weiter nach Rötz und wieder zurück in die Pfalzgrafenstadt, die der 44-Jährige in Richtung Bundesstraße 22 durchquerte. Kurz nach Thanstein (Ortsteil Hebersdorf) fuhr er dann gegen 10.15 Uhr auf der Kreisstraße SAD 48 zu schnell in eine Rechtskurve, übersteuerte und kam ins Schleudern. Der Polo überschlug sich einmal und landete schließlich mit Totalschaden quer zur Fahrbahn wieder auf den Rädern. Mit leichten Verletzungen konnte der Tatverdächtige ohne Gegenwehr von den Polizeibeamten festgenommen werden. Ein Notarzt nahm die ambulante Versorgung vor und bescheinigte die Transportfähigkeit.

Die Spurensicherung der Kripo Amberg nahm vor Ort die Arbeit auf, während die Feuerwehr Thanstein den Verkehr weiträumig umleitete. Der Unfallwagen wurde nach Amberg zur Kriminalpolizei gebracht.
Im Wagen des Verdächtigen wurde die Schusswaffe gefunden. Natürlich stehen nun auch Vernehmungen des Tatverdächtigen an. Das Motiv der Tat ist noch völlig unklar.

Da der Festgenommene nach derzeitigem Ermittlungsstand gegen 9 Uhr das Anwesen zu Fuß verließ und wenige Minuten später aus dem Tatortumfeld mit seinem schwarzen VW Polo wegfuhr, erhoffen sich die Ermittler nun auch Hinweise aus der Bevölkerung, wo sich der Tatverdächtige sowie das Fahrzeug im Zeitraum zwischen 9 und 9.45 Uhr aufgehalten haben.

Personen die ein solches Fahrzeug mit Schwandorfer Zulassung oder den Tatverdächtigen im Tatortumfeld gesehen haben, werden dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Rufnummer 09621/890-0 in Verbindung zu setzen.

Zudem sind nach wie vor Verkehrsteilnehmer aufgerufen, sich ebenfalls mit der Polizei in Verbindung zu setzen, wenn sie im Zeitraum von 9 Uhr bis 10.15 Uhr durch einen schwarzen Polo mit Schwandorfer Zulassung in den Landkreisen Schwandorf oder Cham gefährdet oder geschädigt wurden.
(ch/ptr/uax)
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