Konzert mit Wolfgang Ambros
„Schifoan“ nach dem Höhepunkt der Karriere

"Wir geben unser Bestes", sagte der Liedermacher und Meister des Austro-Pops: Wolfgang Ambros (rechts) und Günter Dzikowski kamen zu einem "Duo-Abend" auf das VAZ-Forum. Bild: Amann
Vermischtes
Burglengenfeld
18.07.2016
249
0

Wolfgang Ambros hat seinen Zenit überschritten, seine Konzerte sind keine Selbstläufer mehr. Das spürten auch die Veranstalter des Duo-Abends auf dem VAZ-Forum. Um die 300 Besucher kamen am Samstagabend - bei weitem waren die Plätze nicht ausverkauft.

Seit zehn Jahren macht Ambros zusammen mit Günter Dzikowski solche Auftritte mit den eher leiseren Tönen. Der Inbegriff des Austro-Pops und sein schon ewiglanger Weggefährte am Piano stellten dazu inzwischen ihr viertes Programm zusammen. Und holten sich Verstärkung auf die Bühne. Aus dem angekündigten Duo ist ein Trio geworden. Roland Vogel spielt als Dritter im Bunde den Bass und "die Instrumente, die wir nicht können", sagt der Gitarrist Ambros.

Melancholische Lieder


"I bin nimmer so jung, i bin nimmer so flexibel", singt der 64-Jährige authentisch. Es sind die älteren, angegrauten und melancholisch wirkenden Lieder, die er seinen treuen Fans serviert. "Du bist wia die Wintersunn" befindet sich darunter genauso wie "Corinna" oder "Langsam wachs ma zamm".

Ambros prostet Dzikowski mit dem Weinglas zu und versichert: "Wir geben unser Bestes". Zumindest ihm selber gelingt es kaum noch, dabei an seine Glanzzeiten anzuknüpfen.

Gedrückte Stimmung macht sich breit. Das ändert sich nur mal sporadisch bei "Zwickt's mi", das verhalten zum Mitsingen animiert. "Samma wieder guat" stimmt Wolfgang Ambros danach an, unternimmt sogleich mit der Harp einen Ausflug zum Louisiana-Blues, um schließlich in einem "echten Wiener-Lied" bei der Sehnsucht nach dem Wein zu landen. "Gezeichnet für's Leben" heißt der zunächst letzte Titel.

"Da Hofa" und die "Blume"


Passend zur Gefühlslage kommt vor den Zugaben der Ruf nach dem "Zentralfriedhof" aus dem Publikum. Ambros versucht zu retten, was es noch zu retten gibt: "Nein, heit is a scheena Doog, da gibt's koan Zentralfriedhof", lässt er wissen. Dafür gibt's den "Hofer" und "Die Blume aus dem Gemeindebau". Das "Schifoan" zum Finale macht endgültig klar: Ambros wirkt angeschlagen und gezeichnet vom Leben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Konzerte (673)Wolfgang Ambros (7)VAZ-Forum (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.