Staatsschutz ermittelt
Verunglimpfung per Postkarte

Bild: Götz
Vermischtes
Burglengenfeld
23.02.2016
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"Perfide und inakzeptabel": So bezeichnet der Burglengenfelder Bürgermeister Thomas Gesche Postkarten, die Unbekannte in der zweitgrößten Stadt des Landkreises am Montag an mehreren Orten verteilt haben. Wie die Polizei gestern mitteilte, zeigen die Postkarten eine beleidigende Fotomontage des Stadtoberhauptes. Das Bild enthält nach Polizeiangaben darüberhinaus Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Verteilt wurden die Postkarten, die das Stadtoberhaupt in einer Bildmontage als Adolf Hitler zeigen, am Montagabend zunächst auf dem Parkplatz des Freizeitbades „Bulmare“. Passanten meldeten den Sachverhalt der Polizei gegen 18.45 Uhr. Anwohner der Kirchenstraße übergaben den Ermittlern im Laufe des Abends noch weitere derartiger Postkarten, die in ihren Briefkästen gelegen hatten.

Auch im Postkasten des Rathauses fanden Beschäftigte gestern Vormittag Karten mit der beleidigenden Fotomontage. "Wir wissen aber nicht, ob wir gezielt 'beliefert' wurden, oder ob Bürger diese Karten in ihren Briefkästen hatten und weitergeben wollten", sagte der Sprecher der Stadt, Michael Hitzek, gestern auf Anfrage. In einer Pressemitteilung der Stadt reagierte auch Bürgermeister Gesche auf die verunglimpfende Aktion. "Das hat mit Streit um die Sache in der kommunalpolitischen Debatte nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Hier kann man auch nicht mehr von einem Dummejungenstreich sprechen", betonte das Stadtoberhaupt.

"Unsägliche Vorgänge"


Gerade in Zeiten, in denen vielerorts rechtes Gedankengut erstarke, müsse man die Aktion auf das Schärfste verurteilen. Er selbst sei noch am späten Montagabend von Beamten der Polizeiinspektion Burglengenfeld über die, so Gesche, "geschmacklosen und unsäglichen Vorgänge" in Kenntnis gesetzt worden.

Aktionen wie diese fügten der Stadt und dem Bürgermeisteramt erheblichen Schaden zu, teilte der Bürgermeister weiter mit. "Angesichts dieser Vorgänge sind wir gut beraten, uns in der kommunalpolitischen Debatte auf ein anständiges und sachliches Miteinander zu besinnen. Ich denke, das ist es auch, was die Bürgerinnen und Bürger von uns erwarten." Dass diese Vorgänge mit der Flüchtlingsdebatte zu tun haben, glaubt der Bürgermeister nicht: Die Betreuung der Asylbewerber in Burglengenfeld laufe ohne nennenswerte Probleme, vor allem dank des herausragenden Engagements ehrenamtlicher Helfer und Sprachpaten sowie dank der Arbeit der städtischen Asylbeauftragten Gudrun Bitterer.

Das Kommissariat Staatsschutz der Kripo Amberg leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Die Ermittler erhoffen sich Hinweise aus der Bevölkerung. Die Kripo Amberg ist unter Telefon 09621/890-0 zu erreichen.
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